Nachhaltiges Weihnachtsfest: 5 Tipps von einem Energie- und Umwelt-Studenten

Studierende aus dem Department Energie & Umwelt
Studierende aus dem Department Energie & Umwelt

Unmengen an Verpackungsmüll, unüberlegte Geschenke und jedes Jahr eine neue Tanne: Weihnachten befeuert unsere Konsum- und Wegwerfgesellschaft.

Ein Gast-Beitrag von Thomas Schmidt

Es gibt keine eindeutige Antwort darauf, wie hoch die Emissionen, die Abfallproduktion usw. pro Person zu Weihnachten ausfallen, da jeder Mensch unterschiedlich Weihnachten feiert. Im Schnitt kann man sagen, dass jede Person zu Weihnachten zusätzlich ca. 350 Kilogramm COverbraucht. Diese Zahl kann aber natürlich weit höher, aber auch niedriger sein. Je geringer man den Konsum hält, je regionaler die gekauften Produkte und Lebensmittel und je mehr wiederverwendet wird, umso geringer die Belastung der Umwelt. Grundsätzlich gilt aber natürlich: Wer zu Hause mit der Familie bleibt, anstatt wegzufliegen, schont das Klima. Den eigenen ökologischen Fußabdruck zu Weihnachten kann man überschlagsmäßig mit Apps berechnen, wie z.B. CarbonHero Xmas APK.

    Durchschnittlich produziert jede Person in Österreich ca. 165 Kilogramm Abfall pro Jahr. Alleine zur Weihnachtszeit steigt das Abfallaufkommen pro Person um rund 15 Prozent. Dem stimmt auch Lehrende und Leitern des Josef Ressel Zentrums  Doris Rixrath zu: „Der sorglose Umgang mit Lebensmitteln und das Müllaufkommen im Allgemeinen ist um Weihnachten noch stärker spürbar.“ 

    Wie wirkt man diesem Trend entgegen? Masterstudent Thomas Schmidt legt folgende Handlungsempfehlungen nahe: 

    • Bewusster Konsum ist das A und O! Beim Kauf kann man sich folgende Fragen stellen: Brauche ich dieses Produkt wirklich? Kann ich es auch Second-Hand kaufen? Ist es tatsächlich das passende Geschenk oder kaufe ich es nur, damit ich irgendetwas verschenken kann? 
    • Richtig entsorgen und recyclen
      • Vor allem Elektrogeräte: Sie gehören auf den Sperrmüll
      • Geschenkpapier (sofern verwendet) gehört in den Restmüll wegen der Beschichtung
      • Tannenbäume gehören zur Sammelstelle
    • Lebensmittel nicht verschwenden und nur das Nötigste kaufen
    • Essensreste verwerten oder an Bedürftige spenden

    3 Tipps für eine nachhaltige Verpackung  

    • Statt Geschenkpapier kann man wiederverwendbare Weihnachtssackerl oder waschbare Geschirrtücher verwenden. Alternativ kann man (sofern man noch Zeitungen zu Hause hat) altes Zeitungspapier verwenden. Das spart sowohl Geld und Emissionen beim Einkauf und reduziert außerdem den Müllberg nach dem Weihnachtsfest.
    • Jeglicher Abfall, der entsteht, sollte so gut wie möglich getrennt werden, damit die einzelnen Rohstoffe recycelt werden können. Hierzu hat jede Gemeinde in Österreich eigene Systeme und Vorschriften. Diese kann man meistens bei den lokalen Altstoffsammelzentren einsehen bzw. online herunterladen.
    • Grundsätzlich gilt: Auf Verpackungen so gut wie möglich zu verzichten.
    • Wenn es eine gefällte, frische Tanne sein soll, dann auf die Herkunft und die Haltung achten. Viele Tannen kommen aus Monokulturen aus dem Ausland und werden dort kräftig gespritzt und gedüngt. Stattdessen auf ökologisch zertifizierte Weihnachtsbäume und regionale Baumarten aus heimischen Wäldern zurückgreifen.
    • Alternativ: Weihnachtsbaum „ausborgen“. Tannen zum Mieten werden nicht gefällt, sondern werden in einem Topf übergeben. Die Tanne wird vor Weihnachten nach Hause geliefert und nach Weihnachten wieder abgeholt, neu eingepflanzt und bleibt somit für weitere Jahre erhalten.
    • Eigentlich sollte man zwar Kunststoff vermeiden. Dennoch ist es eine gute Alternative, sich einmalig eine Plastiktanne aus hochwertigem Plastik anzuschaffen und diese für mehrere Jahre zu verwenden. Wieder gilt: Gebrauchte Produkte vor neuen. Dadurch werden Emissionen gespart.
    • Weihnachtsbeleuchtung und auch sonstige Elektronik nicht durchgehend eingeschalten lassen. Die Beleuchtung nur abends und in der Früh ggf. für ein paar Stunden einschalten und dann wieder ausstecken. 
    • Wenn neue Beleuchtung gekauft wird, darauf achten, dass sie mit LED-Lampen bestückt ist. Diese sind stromsparender.
    • Auch beim Backen und Kochen des Weihnachtsessens überlegen, wie lange bzw. wie oft der Herd oder das Backrohr benötigt wird. Mehrmaliges Einschalten und Aufheizen am selben Tag verbraucht unnötig Strom/Gas. Stattdessen einmal aufheizen und die erzeugte Wärme für mehrere Gerichte verwenden.
    • Das Backrohr muss grundsätzlich nicht vorgeheizt werden. Daher einfach einschalten und die Kekse direkt reinschieben. Diese werden schon beim Vorheizen gebacken.
    • Vormittags zwischen 6:00 - 10:00 Uhr und abends zwischen 18:00 - 20:00 Uhr wird in Österreich am meisten Strom verbraucht. Daher versuchen jegliche elektrische Geräte (Küchengeräte, Waschmaschine und Trockner usw.) eher vor oder nach diesen Uhrzeiten zu verwenden. Das verringert die Abhängigkeit von aus Gas produziertem Strom. Weiters kann dadurch der allgemeine Gaspreis und somit auch der Strompreis reduziert werden.
    • Weihnachtsgeschenke müssen nicht immer neu angeschafft werden. Es kann ruhig etwas Gebrauchtes aus Second-Hand-Geschäften oder von Onlineplattformen wie Willhaben oder eBay sein. Oftmals ist die Qualität dieselbe wie bei Originalen, aber der Preis niedriger. Dadurch spart man sowohl Geld und Müll als auch Ressourcen, die für die Herstellung neuer Artikel verbraucht werden müssten.
    • Wenn man etwas Neues kauft, dann sicher gehen, dass der Artikel auch definitiv vom Beschenkten gebraucht wird. Retouren (vor allem im Online-Handel) werden oftmals zerstört anstatt wieder verkauft zu werden und verursachen somit unnötige Emissionen. Außerdem fällt bei Online-Retouren ein zusätzlicher Transport an. Daher eher im stationären Handel einkaufen und versuchen auf regionale Produkte (sofern möglich) zurückzugreifen. 
    • Keine Haustiere zu Weihnachten schenken! Diese sind für die meisten Familien nur eine kurzfristige Freude und werden oftmals nach Weihnachten im Tierheim abgegeben. Die Anschaffung eines Haustieres sollte auch mit Kindern besprochen werden.

    In der Weihnachtszeit werden mehr Kerzen gekauft und verwendet als über das restliche Jahr. Hier sollte darauf geachtet werden wo, wie und woraus die Kerzen hergestellt werden.

    • 90% aller Kerzen werden nämlich aus Paraffin, ein Erdölprodukt, hergestellt. Bei billigem bzw. schlecht verarbeitetem Paraffin werden bei der Verbrennung gesundheits- und umweltschädliche Stoffe freigesetzt.
    • Zusätzlich beinhalten viele Kerzen auch Palmöl. Dieses ist an sich nicht schädlich, jedoch werden für die Herstellung von Palmöl jährlich viele Hektar Urwald gerodet.
    • Daher Kerzen verwenden, die aus hochwertigem Paraffin, aus Bienenwachs oder aus Stearin hergestellt werden. 

     

    Man muss nicht jedes Jahr einen neuen Weihnachtsschmuck für den Baum bzw. die Wohnung kaufen: Besonders von Spontankäufen im Abverkauf ist abzusehen.

    • Alternativ zu herkömmlichen Baumsschmuck und Lametta & Co. sorgt auch Schmuck aus biologischem Material wie Stroh oder Wachs bzw. getrocknete Orangenscheiben oder Zimtstangen für Weihnachtsstimmung und schont zugleich die Umwelt. 

    Umweltfreundliches & gesundes Weihnachtsessen

    In unserer Campus Lesson auf Social Media verrät Studentin Nicole Strommer, wie ihr ein nachhaltiges & gesundes Festtagsessen zaubert. Sie ist nicht nur Absolventin unseres Bachelors & Studentin unseres Masters Energie- und Umweltmanagement sondern ebenso Diätologin. 


    Wie achtest du zu Weihnachten auf deinen ökologischen Fußabdruck? Schreib' es uns gerne in den Kommentaren auf Facebook, Instagram oder LinkedIn


    # Gepostet in:
    Tipps für Studierende, Bachelorstudiengang Energie- und Umweltmanagement, Masterstudiengang Energie- und Umweltmanagement, Energie-Umweltmanagement