#goodbyeeisenstadt: Koffer gepackt für Paris, die Schweiz und Finnland

Jennifer Joo
Jennifer Joo
Drei Studentinnen in drei Ländern

Endlich wieder die Welt bereisen! Wer im Studium gerne internationale Luft schnuppern und neue Sprachen, Länder und Menschen kennen lernen möchte, der sollte sich diesen Blogbeitrag nicht entgehen lassen. Unsere drei Studierenden Anisa, Therese und Lena nehmen euch mit auf eine Reise nach Paris, in die Schweiz und nach Finnland.

Warum sie sich für ein Auslandssemester entschieden haben, warum es gerade diese drei doch so unterschiedlichen Destinationen wurden und welche Tipps sie für euch haben? Lest selbst ;-)

Auch in Zeiten von Corona haben sich unsere Studierenden nicht beirren lassen und das Abenteuer Auslandssemester gewagt. Dass man während einer Pandemie kreativer werden muss, das betont auch Anisa, Studentin des Bachelorstudiengangs Internationale Wirtschaftsbeziehungen. Sie verbringt ihr Auslandssemester in der Stadt der Liebe – Paris:

Studentin Anisa Abraham

Mir ist durchaus bewusst, dass mein Erasmussemester ganz anders gewesen wäre, wenn ich dieses nicht inmitten einer Pandemie absolviert hätte.  Aber ich habe trotzdem viele tolle neue Leute kennengelernt. Man muss nur kreativer werden. Anstatt im Restaurant zu sitzen, macht man einfach Take away und setzt sich unter den Eiffelturm und lernt sich da kennen. 

Anisa Abraham, Studentin im Bachelor Internationale Wirtschaftsbeziehungen

Hattest du Zweifel in Zeiten einer Pandemie ein Auslandssemester zu machen? Wie hast du dein Semester geplant und wie war die Unterkunftssuche?

Es gab immer wieder Infoveranstaltungen. Ich bin zu fast jeder hingegangen. Da wurden Bedenken, die ich hatte, aus dem Weg geräumt und jede Frage wurde so ausführlich beantwortet, dass es keinen Grund gab, das Auslandssemester nicht zu machen. Und selbst während COVID-19 wurde ich seitens der FH Burgenland z.B. vom International Office begleitet.

Bei der Unterkunftssuche hatte ich tatsächlich Glück. Viele Airbnb-Wohnungen, die Langzeitmieter suchten, standen leer und da habe ich schnell eine Wohnung zu einem günstigen Preis gefunden.

Warum hast du dich für ein Auslandssemester in Paris entschieden?

Mich haben viele Partneruniversitäten der FH Burgenland angesprochen, aber die Website und der Kursaufbau haben dann doch für die ESCE Paris gesprochen.

Wie waren die Lehrveranstaltungen, Lehrenden und Studierende dort? Hast du viele neue Bekanntschaften gemacht?

Wir hatten ein Hybridsystem. Zwei Wochen im Monat hatten wir Präsenzunterricht, zwei Wochen Online-Unterricht. Das war auch eine tolle Möglichkeit neue Leute kennenzulernen. Ich habe sehr viele neue Bekanntschaften gemacht. Viele davon sind innige Freundschaften geworden.

Hast du dir viel vom Land angesehen? Was hast du neben dem Studium unternommen?

Leider nicht, Paris kenne ich zwar jetzt in- und auswendig wie meine Jackentasche, allerdings war es ein großer Wunsch, den Süden Frankreichs zu bereisen. Aber da es mein letztes Semester ist, möchte ich mich auf die Prüfungen konzentrieren und das Lernen für die Bachelorprüfung, die gleich nach dem Semesterschluss in Frankreich und nach meinem Umzug ist, hat momentan Priorität.

Was waren besondere Momente und Erfahrungen, gibt es ein Highlight aus dieser Zeit?

Es sind die Menschen, die für mich meine Zeit in Paris besonders gemacht haben. Von der Bäckerin, die am Anfang noch über meinen Akzent schmunzelte, vom Obstverkäufer, der mich den halben Weg begleitet hat, weil er mir anders den Weg nicht erklären konnte oder meine neu gewonnenen Freunde, die mich stets zum Lachen gebracht haben.

Würdest du dein Auslandsemester nochmal machen und auch weiterempfehlen?

Auf jeden Fall! Man lernt nicht nur eine neue Kultur und neue Menschen kennen, sondern man sammelt hier Erfahrungen, die ich sonst nie gemacht hätte.

Weitere Gründe sind natürlich: Macarons, Eclairs, Religeuse und Pan au Chocolats ;-)

Vom imposanten Louvre, dem L´Árc de Triomphe, köstlichen Macarons und dem Eiffelturm geht es in die idyllische Schweiz. Inmitten von prächtigen Bergen lässt es sich Therese Kacsics  gut gehen und verbringt im vierten Semester des Bachelorstudiengangs Information, Medien & Kommunikation ihr Auslandssemester in der Schweiz. Ob die Schweiz ihre erste Wahl war? Nein - sagt sie - geschweige denn die Ortschaft Chur. Warum es dennoch die beste Entscheidung für sie war? Lest selbst:

Studentin Therese sitzt am Berg

Hätte mich jemand vor einem Jahr gefragt, wo ich mein Auslandssemester absolvieren möchte, wäre mir die Schweiz nie in den Sinn gekommen, bzw. wusste ich nicht einmal, dass Chur existiert. Meine Tendenz lag eher bei Zypern oder Schweden. Doch bei der Recherche der Partnerhochschulen bin ich bei der FH Graubünden hängengeblieben und da dachte ich mir, warum eigentlich nicht, schließlich war ich noch nie in der Schweiz. Da ich schon immer einmal mitten in den Bergen wohnen wollte, war das die perfekte Gelegenheit dafür.

Therese Kacsics, Studentin im Bachelor Information, Medien & Kommunikation

Wie kamst du dazu und wie hast du dein Auslandsemester geplant? Wie war die Unterkunftssuche?

Nachdem ich meine Unterlagen an die Partnerhochschule geschickt und im Dezember die Zusage hatte, ging alles ganz schnell. Ein bisschen zu schnell. Doch mit der Unterstützung vom International Office der Partnerhochschule konnte ich mich unkompliziert für das Studentenheim anmelden. Mir war es ehrlich gesagt zu stressig ein WG-Zimmer zu suchen und ich bin im Nachhinein über die Entscheidung sehr happy, denn von hier aus hat man den besten Blick auf die Stadt und den Sonnenuntergang.  Auch über die Ausstattung kann man nicht meckern. Wir haben hier ein eigenes Kino, ein Gym, mehrere Aufenthaltsräume und ein riesiges Trampolin auf der Terrasse. Von der Partnerhochschule bekam ich alle Infos, die ich für den Start ins neue Semester brauchte. Zum Glück gab es bei meiner Einreise noch keine Quarantänepflicht und ich konnte daher ganz gemütlich mit dem Zug anreisen.

Wie war dein Aufenthalt?

Noch ist mein Aufenthalt nicht zu Ende und es erwarten mich noch zwei Wochen, die ich nur fürs Reisen eingeplant habe. Bis jetzt kann ich sagen, dass es eine Zeit war, die ich nicht mehr missen möchte. Trotz der Pandemie konnte ich die letzten Monate sehr genießen und neue Erfahrungen sammeln. Ein großer Vorteil war, dass ich hier mitten in der Natur gelebt habe und praktisch alle Ausflugsziele vor der Tür hatte. Auch ohne Auto kommt man hier zu abgelegenen Orten mit Bus, Bahn oder Gondel.

Wie waren die Lehrveranstaltungen, Lehrenden und Studierende dort? Hast du viele neue Bekanntschaften gemacht?

Ich besuchte Lehrveranstaltungen aus zwei verschiedenen Studiengängen: Multimedia Production und Information Science. Die Vorlesungen waren bis auf wenige Ausnahmen alle online, was zu Beginn natürlich nicht so einfach war, da ich noch keinen kannte, aber auch ein kleiner Vorteil für mich, da ich verpasste Vorlesungen aufgrund von Überschneidungen einfach nachschauen konnte. Ich fühlte mich von Anfang an gut aufgenommen und lernte durch Gruppenarbeiten viele Studierende auch persönlich kennen. Im Studentenwohnheim waren wir eine tolle Gemeinschaft und unternahmen mehrere Ausflüge zusammen. Besonders bemüht war das Erasmus Student Network in Chur, die uns immer wieder mit kleinen Aufmerksamkeiten überraschten. Sei es mit einem typischen Rezept aus der Region oder mit einem Osternest. Nach den Lockerungen der Corona-Beschränkungen organisierten sie gemeinsame Ausflüge und Treffen.

Hast du dir viel vom Land angesehen? Was hast du neben dem Studium unternommen?

Auf große Erkundungstour werde ich mich erst nach der Prüfungsphase begeben und meine Bucketlist abarbeiten. An Wochenenden genoss ich meine freie Zeit meistens draußen auf Entdeckungsreise, wo ich hauptsächlich auf Wanderwegen unterwegs war.

Was waren besondere Momente und Erfahrungen, gibt es ein Highlight aus dieser Zeit?

Schweizerdeutsch ist eine Sprache für sich. Diese Erkenntnis machte ich schon am ersten Tag, als ich jemanden nach dem Weg fragen wollte und kein Wort verstanden habe. Ein besonderer Moment, den ich nie vergessen werde, war die Ankunft in Chur. Als ich beim Bahnhof ausstieg, die Berge um mich herum sah und realisierte, dass dieser wunderbare Ort jetzt für die nächsten Monate mein Zuhause sein wird.

Gab es auch Tiefpunkte? Wenn ja, welche? Was hat dich motiviert trotzdem weiter zu machen?

Ich glaube es ist ganz normal, dass man auch mal schlechte Tage hat. Aber nach jedem Tiefpunkt geht es auch immer wieder bergauf.

Würdest du dein Auslandsemester noch einmal machen und auch weiterempfehlen? Warum?

Unbedingt! Für mich stand es schon vor dem Beginn meines Studiums fest, dass ich ein Auslandssemester machen möchte, und ich würde es immer wieder tun. Allein das Zusammenleben mit Menschen aus unterschiedlichen Ländern und die Freundschaften, die sich daraus ergeben, sind es schon wert.

Welche Tipps hast du für Studierende, die ebenfalls ein Auslandsemester absolvieren möchten?

Traut euch und wagt den Schritt! Auch wenn die Situation während Corona ungewiss und einschüchternd sein kann, hindert sie euch nicht daran eine großartige Zeit zu haben und neue Leute kennenzulernen. Ihr werdet bestens vom Erasmus-Team der Partnerhochschule betreut und habt sofort Anschluss. 

IHR Tipp: Lass dich nicht beeinflussen von anderen Meinungen, wenn es sich für dich richtig anfühlt, dann GO FOR IT!

 

Vielen Dank für die Einblicke, liebe Therese. „Go for it“ war auch das Motto unserer Studentin Lena. In die Kälte und in ein wahres Paradies für (nicht nur) Rentiere hat es unsere Studentin Lena Rodax verschlagen. Sie studiert im vierten Semester, ebenfalls im Bachelorstudiengang Information, Medien & Kommunikation und verbringt gerade ihr Auslandssemester in Finnland. Obwohl sie – wie sie selbst sagt – eher der Sommertyp ist, hat es sie aus einem unerklärlichen Grund ins verschneite Finnland gezogen. Was sie so erlebt hat, das erfahrt ihr hier:

Obwohl ich eigentlich den Sommer liebe und Kälte gar nicht aushalte, hatte Helsinki etwas, das mich fasziniert hat. Ich habe mich dort irgendwie hingezogen gefühlt und auch die Lebensbedingungen machten mich neugierig, denn man hört ja immer: Finnland ist das glücklichste Land der Welt. Kann ich das bestätigen? Weiß ich nicht. Alle Finnen, die man darauf anspricht, reagieren mit einer Verwunderung, denn sie können sich das nicht ganz erklären.

Lena Rodax, Studentin im Bachelor Information, Medien & Kommunikation

Wie kamst du dazu und wie hast du dein Auslandsemester geplant? Wie war die Unterkunftssuche?

Die Haaga-Helia AUS war schon eine bestehende Partnerhochschule der FH Burgenland, wodurch der Prozess wesentlich erleichtert wurde, vor allem in Corona Zeiten, wo man schon eine eingeschränktere Auswahl hatte. Die Planung der Kurse, Unterkunft etc. war wohl der stressigste Teil und den möchte ich auch gar nicht schönreden, denn das ist die Realität, diese Arbeit bleibt einem nicht erspart. Aber es hat sich dann schlussendlich alles gut ergeben.

Bei der Unterkunftssuche war es sehr einfach, da die Partnerhochschule alle notwendigen Informationen zur Verfügung gestellt hat und ich jetzt in den HOAS Apartments wohne, welche nach dem WG-Prinzip aufgebaut sind.

Wie war dein Aufenthalt?

Mein Aufenthalt war trotz Corona sehr eindrucksvoll, denn Finnland war eines der sichersten Länder während der Corona Pandemie und ich habe bis auf Distance learning und einigen Einschränkungen keinen Unterschied gemerkt bezüglich vor/während Corona. Eine Zeit lang war ein Lockdown, da wurden - wie bei uns - Restaurants und Bars zugesperrt. Dieser wurde allerdings wieder nach einem Monat aufgelöst und ab Mitte April hatten die Restaurants und Bars wieder mit eingeschränkten Öffnungszeiten geöffnet. Leider waren Museen und Theater geschlossen, aber abgesehen davon, kann man sich echt nicht beschweren, denn auch Reisen innerhalb von Finnland waren möglich und so war ich auch sehr weit nördlich in Oulu und etwas zentraler in Tampere. Leider wurden die Reisen nach Norwegen und ins Lappland Corona-bedingt abgesagt.

Wie waren die Lehrveranstaltungen, Lehrenden und Studierende dort? Hast du viele neue Bekanntschaften gemacht?

Die Lehrveranstaltungen waren teilweise sehr nervenaufreibend, da ich mit dem  starken IT-Schwerpunkt t teilweise sehr überfordert war. Die meisten Lehrenden der Haaga-Helia sind sehr kompetent und es ist angenehm mit ihnen zusammen zu arbeiten und so wurden auch die etwas unangenehmeren IT-Vorlesungen besser. Die Vorlesung Customer-Relationship-Management wurde trotz anfänglicher Zweifel zu meiner Lieblingsvorlesung des Semesters.

Von den regulären Studierenden habe ich nicht sehr viel mitbekommen, da - wie gesagt - alle Vorlesungen online waren und ich nur in Gruppenarbeiten mit ihnen in Kontakt war. Im Gegensatz dazu habe ich mehr mit anderen Austauschstudierenden zu tun gehabt und habe auch echte neue Freundschaften geschlossen, welche ich auch noch in Zukunft weiter pflegen werde.

Hast du dir viel vom Land angesehen? Was hast du neben dem Studium unternommen?

Wie schon oben erwähnt war ich in Oulu und Tampere außerhalb von Helsinki. In den darauffolgenden Monaten fuhr ich auch noch nach Turku und Porvoo. Leider wurden die Reisen ins Lappland und nach Norwegen abgesagt, aber es gibt ja immer noch die Chance einmal zurückzukommen.

Außerhalb des Studiums habe ich sehr viel mit Freunden unternommen und als das Wetter schöner wurde, haben wir uns immer draußen getroffen entweder in Lauttasaari, dort gibt es einen Strand zum Picknicken oder einfach einen Kaffee geholt und auf die Stiegen der Kathedrale gesetzt und die Sonnenstrahlen genossen.

Was waren besondere Momente und Erfahrungen, gibt es ein Highlight aus dieser Zeit?

Ein Highlight sind auf jeden Fall die Studentenverbindungen, welche hier in Finnland sehr verbreitet sind. Diese organisieren immer sehr unterhaltsame Events und am Ende bekommt man immer Patches, welche man auf Kleidung etc. nähen kann und erhält somit ein „Abzeichen“ für die Teilnahme.

Ein Highlight war auch „Vappu“. Das ist der 1. Mai, also Frühlingsbeginn/Arbeitertag, welcher hier in Finnland sehr groß gefeiert wird. Hierbei kommen alle Altersgruppen, jedoch hauptsächlich Student*innen, zusammen um gemeinsam zu feiern. Das war definitiv etwas, was man hier in Finnland erleben muss.

Generell war aber einfach beeindruckend, eine neue Kultur und Lebensweise kennenzulernen und in den Alltag von Finnland eintauchen zu dürfen und Finnland von der nicht touristischen Seite zu entdecken.

Gab es auch Tiefpunkte? Wenn ja, welche? Was hat dich motiviert trotzdem weiter zu machen?

Definitiv! Alleine in einem neuen Land, wo man niemanden kennt und auch niemanden in den Vorlesungen bei sich hat, um die Person um Hilfe zu bitten, wenn man sich verloren fühlt, ist beängstigend. Jedoch ist es einfach eine Herausforderung, die man meistern muss, denn das ist einer der Gründe, warum ich mich für ein Auslandssemester entschieden habe, einfach ins Ungewisse, ins kalte Wasser zu springen, es kommt bestimmt etwas Unvergessliches dabei heraus!

Würdest du dein Auslandsemester noch einmal machen und auch weiterempfehlen? Warum?

100% definitiv! Kann ich nur jedem/r weiterempfehlen, die Erfahrung ist unvergesslich, man lernt Freunde fürs Leben kennen und lernt auch so viel über einen selbst und die Erinnerungen bleiben für immer! Auch wenn es anfangs überwältigend wirkt, die ganze Organisation, Planung etc. einfach dranbleiben, es ist es definitiv wert!

Gibt es noch etwas Besonderes, das du gerne erzählen möchtest?

Ich habe in meiner Zeit in Finnland auch meinen YouTube Kanal gestartet, um die Erfahrung des Austausches und generell mein Leben hier in Finnland festzuhalten. Kann man sich gerne ansehen, wenn man mehr über mein Leben wissen und auch Videos dazu sehen möchte. Kanalname: Lena Rodax

Das waren die Geschichten aus den Auslandssemestern unserer drei Studierenden Anisa, Therese und Lena. Ich hoffe, ihr fühlt euch nun ein wenig inspiriert und motiviert und setzt vielleicht auch euren Traum vom Auslandssemester in die Tat um.

 

Interesse an einem Auslandsemester oder Auslandspraktikum? Alle wichtigen Infos vom International Office gibt es gleich hier!


# Gepostet in:
Einblicke von Studierenden, Auslandsaufenthalte