05. März 2021

Helfen schafft Zufriedenheit. Im Rahmen eines Praxisprojektes erhob eine Studierendengruppe des Bachelorstudiengangs Internationale Wirtschaftsbeziehungen die Motivation von freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Caritas-Corona-Nothilfe-Hotline in Wien. Unter dieser finden Hilfesuchende Beratung und Unterstützung durch Menschen, die das – nachweislich – sehr gerne tun.

Eine Dame am Telefon

Studierende der FH Burgenland fragten freiwillige Helfer*innen der Caritas Wien nach ihrer Motivation. Heraus kam: Vor allem das gute Gefühl nach den Anrufen selbst bestärkte die Zufriedenheit mit dem geleisteten Beitrag.

Eisenstadt/Wien, 5. März 2021 – Seit über einem Jahr hält das Coronavirus die ganze Welt in Atem. Menschen, die dadurch an ihre finanziellen oder auch psychischen Belastungsgrenzen getrieben wurden, finden kompetente Ansprechpartner bei der Corona-Nothilfe-Hotline der Caritas. Wie viele andere caritative Einrichtungen lebt auch diese durch das Engagement zahlreicher ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Auftrag der Caritas Wien untersuchte eine sechsköpfige Studierendengruppe aus dem Bachelorstudiengang Internationale Wirtschaftsbeziehungen der FH Burgenland, wie zufrieden die Ehrenamtlichen sind und was sie motiviert.

Im Rahmen unserer Vertiefungsrichtung Social Business beschäftigen sich Studierende intensiv mit Themen wie Ehrenamt oder Fundraising. Es war für die Studierenden spannend zu erfahren, was in Organisationen wie der Caritas strukturell im Hintergrund abläuft, damit Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird.

Tonka Semmler-MatošićStudiengangsleiterin

Helfen: Sinnvoll und bereichernd

Konkret befragten die Studierenden 41 Helferinnen und Helfer (davon 73% Frauen und 27% Männer) mittels online Fragebogen und führten darauf aufbauend umfassende Interviews mit acht Personen betreffend ihre Motivation, Zufriedenheit und ihren Bedürfnissen. Von den Befragten geben 80% an, aktuell ohne Betreuungspflicht für etwa schulpflichtige oder pflegebedürftige Angehörige zu sein.

Begriffe, die von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern an der Online Befragung am häufigsten in Zusammenhang mit ihrem ehrenamtlichen Engagement genutzt wurden, sind: sinnvoll, sinnstiftend, bereichernd und erfüllend. Die Top-Motivationsfaktoren sind: Menschen helfen können (88% sehr, 10% eher), Zeit sinnvoll nutzen (63% sehr, 17% eher) und Menschenliebe (34% sehr, 39% eher).

Über 97% der Befragten gaben an, ihre Freiwilligenarbeit weiterempfehlen zu können. Fast die Hälfte der Befragten gab an, sich mindestens einmal pro Woche in der Hotline zu engagieren. Zwei Drittel hätten vor, sich wieder oder weiterhin engagieren zu wollen. Besonders interessant: die Bereitschaft für zukünftiges Engagement war gleich groß bei aktuell inaktiven sowie aktuell aktiven Freiwilligen.

Wertschätzung und „gutes Gefühl“ ausschlaggebend

Ausschlaggebend für die Zufriedenheit seien neben der Kommunikation mit Kolleginnen und Kollegen auch die Anerkennung und Wertschätzung durch die Teamleitung. Die Hilfestellung bei Problemen sei unkompliziert und rasch, eine Supervision jederzeit möglich. Vor allem das gute Gefühl nach den Anrufen selbst bestärkte die Zufriedenheit mit dem geleisteten Beitrag. Es zeigte sich bei vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein Interesse, auch in anderen Bereichen der Caritas, wie etwa dem Kältetelefon, tätig zu werden.

Es ist eine große Bereicherung, dass sich qualifizierte und hochmotivierte Studierende mit unserer Freiwilligenarbeit befasst haben. Durch ihre wissenschaftliche Studie konnten sie die positiven Wirkungen unserer Arbeit auch objektiv bestätigen.

Bettina WagnerLeiterin der Servicestelle Freiwilliges Engagement der Caritas Wien

Die Studierenden selbst gaben als Highlight an, von der Motivation der freiwilligen Helferinnen und Helfer begeistert zu sein. Viele der berufsbegleitend Studierenden sind bereits im sozialen Bereich tätig. „Die Vertiefungsrichtung Social Business war der Hauptgrund, mich für das Studium zu entscheiden“, erzählt Studentin Sandra Smierciak. „Da ich selbst bereits in einer NGO tätig bin, kann ich das erworbene Wissen sehr gut im beruflichen Alltag nutzen.“

Facts zum Studiengang

Bachelorstudium – Wirtschaftsstudium mit zentral- und osteuropäischer Dimension – 6 Semester – Vollzeit (MO bis FR) oder berufsbegleitend (jede Woche: Freitag halbtags, Samstag ganztags) – Akademischer Grad „Bachelor of Arts in Business“ – Studienort Campus Eisenstadt – Zugang: Matura, Studienberechtigungs- oder Berufsreifeprüfung, Vorbereitungslehrgang mit Zusatzqualifikationsprüfung. Studierende erhalten die Möglichkeit, sich in folgenden Bereichen zu spezialisieren: Finanz-, Rechnungswesen und Controlling, Einkauf – Logistik, Marketing – Sales, Tourismusmanagement und Social Business. Anmeldefrist für den Studienstart im Herbst 2021: 31. März 2021

Informationen unter www.fh-burgenland.at, der InfoLine 05 7705 3500. Eine Anmeldung für alle Studiengänge ist online möglich.

Rückfragehinweise:
Mag.a Christiane Staab
Marketing & Kommunikation
Fachhochschule Burgenland GmbH
Tel: +43 (0)5 7705 3537
E-Mail: christiane.staab[at]fh-burgenland.at