02. November 2021

ReLEE ist ein Energieeffizienzprojekt im Burgenland mit dem Ziel innovative Lösungen im Wirtschaftsbereich zu entwickeln und regional produzierten Strom im Land einzusetzen. Forschung Burgenland und Landesholding Burgenland betreiben dieses Projekt gemeinsam, um allen Landesunternehmen konkrete Energiesparmaßnahmen vorzuschlagen. Doch bevor ein ausgeklügeltes System eingesetzt werden kann, müssen Energieverbräuche und Energieverluste gemessen werden. Das beginnt am Dach eines Wirtschaftsgebäudes und endet bei der Messung der Wärmeverluste einer Wasserrutsche.

Projektleiter sitzt in der Wasserrutsche

Durch Messungen vor Ort können zu hohe Energieverluste festgestellt werden: Projektleiter Marcus Hofmann bei der Messung der Wärmeverluste einer Wasserrutsche.

Eisenstadt, 2. November 2021 – Passend zur Klimastrategie, bis 2050 klimaneutral zu sein, treibt die Landesholding Burgenland ihr eigenes Energiekonzept voran: Ein neues Energiemanagement-System sorgt dabei für einen effizienten Energieeinsatz in allen 60 Holdingbetrieben. „Wir haben ein innovatives Energiekonzept entwickelt, das einen effizienten und klimaschonenden Betrieb der Gebäude gewährleisten soll“, erklärt Hans Binder, von der Forschung Burgenland. Er leitet gemeinsam mit seinem Kollegen Marcus Hofmann das Projekt und ist die treibende Kraft hinter ReLEE.

In Sachen Klimaschutz in die Praxis gehen

ReLEE steht für „Regionale Lösungen für Energieeffizienz und die Verwendung von erneuerbarer Energie“. Das Besondere daran: „Forschung, Lehre und die größten Betriebe des Landes unter dem Dach der Holding arbeiten bei diesem Projekt zusammen“, sagt Johann Reinprecht, Projektverantwortlicher Energiemanager der Holding. Das Projekt wird von Forschung Burgenland und FH Burgenland in Zusammenarbeit mit regionalen Partnern umgesetzt. „Zusätzlich zur Theorie über Energieeffizienz und Erneuerbare Energie, setzen wir die vorgeschlagenen Maßnahmen im Rahmen von Projekten um“, so Binder. Während in den Laboreinrichtungen der FH Burgenland am Standort Pinkafeld an kosteneffizienten Systemen geforscht wird, wird von wissenschaftlichen Mitarbeitern vor Ort gemessen.

Durch laufende Messungen können wir zu hohe Energieverluste feststellen. Erst wenn wir wissen, wo zu viel Energie verloren geht, können wir unsere Vorschläge und Maßnahmen konkretisieren.

Marcus HofmannProjektleiter

Energiefresser Wasserrutsche? – muss nicht sein!

Um die Energieverbräuche der einzelnen Unternehmen zu erheben und analysieren zu können, ist eine enge und gute Zusammenarbeit Voraussetzung. „Sehr gut lässt sich unsere Vorgehensweise am Beispiel der Therme Lutzmannsburg erklären“, sagt Hofmann. Im Grunde stelle man sich auch hier ähnliche Fragen wie im Privatbereich: „Wir haben uns auf die Suche nach den größten Wärmeverlusten und Energieverbräuchen gemacht.

Die Wasserrutsche, das Sportbecken und die Landehalle haben sich dabei als die drei größten Verbraucher herausgestellt“. Die Wärmeverluste konnten durch die Messung erstmalig quantitativ erfasst werden, was eine konkrete Maßnahmenplanung und wirtschaftliche Betrachtung ermöglichen. Aktuell in Umsetzung befindet sich eine PV-Anlage mit 1500kWp im Parkplatzbereich der Therme, als Carport ausgeführt. Die Fertigstellung wird diesen November sein.

Individuell und richtig Energiesparen

Die Sonnentherme im Bezirk Oberpullendorf ist nur ein Beispiel von vielen. Ziel ist es an allen Gebäuden der Landesholding einen effizienten und klimaschonenden Betrieb zu gewährleisten. „Wir wollen möglichst wenig Energie für Heizwärme, Warmwasser und Strom verbrauchen, sowie diese Energie von umweltschonend produzierten Quellen beziehen oder Sonne und Wind als kostenlosen Energielieferanten aktiv nutzen“, erklärt Johann Binder. So wurden etwa PV-Anlagen an den Dächern der FH Burgenland, des Technologiezentrums in Eisenstadt und dem Reduce Gesundheitsresort in Bad Tatzmannsdorf errichtet. Der Ausbau der E-Mobilität gehört ebenso zur Energieoffensive. „Dabei soll vor allem zur Reduktion von CO2 und anderen Schadstoffen beigetragen werden. Jedes Objekt wird dabei individuell auf Basis der jeweiligen Gegebenheiten, Rahmenbedingungen und Potentialen betrachtet“, ergänzt Hofmann.  

Nachfolgeprojekt in Planung

Das Forschungsprojekt ReLEE wurde im Herbst 2017 gestartet und diesen Sommer abgeschlossen. Bis Jahresende soll finalisiert werden. In Planung ist ein Nachfolgeprojekt mit noch mehr regionalem Bezug. „Wir haben durch unsere Messungen und Analysen in den vergangenen Jahren eine genaue und umfangreiche Datenbasis geschaffen. Sie sind gute Grundlagen um weitere Maßnahmen zu setzen“, so der Researcher der Forschung Burgenland abschließend.

Rückfragehinweise:
Marlene Hamedl BA
Marketing & Kommunikation
Forschung Burgenland GmbH
Tel: 0664/88134518
E-Mail: marlene.hamedl[at]forschung-burgenland.at