09. Februar 2021

Für seine Bachelorarbeit an der FH Burgenland untersuchte der chinesische Gaststudent En Su die Social Media Nutzung chinesischer Studentinnen und Studenten in Europa. Diese können sich nur schwer mit den im Westen genutzten Plattformen wie Facebook, Twitter oder Whatsapp anfreunden und bleiben großteils den gewohnten chinesischen Sozialen Medien treu. Deren größtes Asset ist die mobile Bezahlfunktion, die westliche Plattformen (noch) vermissen lassen.

Asiatische Jugendliche am Smartphone

Wie nutzen chinesische Gaststudierende westliche Social Media Angebote? Dieser Frage ging FH Burgenland Absolvent En Su in seiner Bachelorarbeit nach.

Eisenstadt, 9. Februar 2021 – Chinesinnen und Chinesen machen ein Fünftel der Internetnutzerinnen und Internetnutzer der Welt aus. Für sie jedoch ist die Internetumgebung eine andere, als wir sie gewohnt sind. Zensuriert durch eine vom Staat aufgebaute „Great Firewall“ ist es ihnen nicht möglich, westliche Websites oder Social Media Plattformen wie Google, Youtube, Facebook oder Instagram zu nutzen. Der Student En Su hat sich im Rahmen seiner Bachelorarbeit im Studiengang Information, Medien & Kommunikation der FH Burgenland genauer angesehen, wie chinesische Auslandsstudierende in Europa Soziale Medien abseits der Great Firewall nutzen. Sein Fazit: ein Großteil der chinesischen Studentinnen und Studenten im Ausland hält trotz der neu gewonnenen Freiheit an einer Nut-zung ihrer gewohnten Plattformen fest.

Kulturelle Unterschiede erhöhen Hemmschwelle

Mit der Ankunft chinesischer Studierender im Ausland müssen sie auch von Grund auf lernen, ausländische Soziale Medien zu nutzen.

En Su Absolvent der FH Burgenland

Zwar gäbe es viele Parallelen zwischen den chinesischen und den westlichen Plattformen, doch auch manche Unterschiede. So schien Facebook seinen Probandinnen und Probanden unattraktiv und unübersichtlich und viele der Funktionen unnötig. Auch empfanden sie die Funktion „gemeinsame Freunde finden“ als unangenehmen Eingriff in ihre Privatsphäre. Ebenso irritierte sie die Whatsapp-Funktion des doppelten blauen Häkchens. „Dass das Gegenüber weiß, dass ich die Nachricht gelesen habe, ich aber vielleicht noch nicht gleich antworten möchte, wird von chinesischen Nutzern als unangenehm und peinlich empfunden“, erklärt Su. Der Micro-Blog-Gigant Twitter schnitt bei seinen Probandinnen und Probanden am besten ab.

Grundsätzlich konnte der engagierte Student jedoch beobachten, dass die chinesischen Gaststudierenden nur ungern auf ihre gewohnten Kanäle verzichten und eher westliche und chinesische Soziale Medien in Kombination nutzen, als sich auf die neuen Möglichkeiten allein festzulegen. Entscheidend sei dafür neben dem Hang zum Gewohnten auch die Mobile Payment Funktion, die in China in Social-Media-Kanälen integriert ist.

Wir bezahlen einfach alles über Social Media – Taxi, Einkäufe oder auch die Rechnung beim Essen. Der persönliche Social Media Account ist darum für viele mittlerweile wichtiger als der Personalausweis. Es herrscht eine hohe Abhängigkeit von Social Media, gerade unter jungen Menschen.

En SuBachelorabsolvent

Mehr als eine halbe Million Chinesinnen und Chinesen studieren im Ausland

Mit dem Aufstieg der chinesischen Wirtschaft ist es mehr und mehr chinesischen Jugendlichen möglich, für ihre Hochschulbildung in andere Länder zu gehen. 2018 studierten 662.100 chinesische Studierende im Ausland. Im Frühling 2020 befragte En Su, der selbst seit fünf Jahren als Student in Österreich lebt, sieben chinesische Studierende im Alter von 19 bis 26 Jahren. Sie studieren in den Ländern Österreich, Deutschland, Island, Italien und Großbritannien. Im Rahmen eines Fokusgruppengesprächs erhob er ihr Nutzungsverhalten in Bezug auf Soziale Medien.  

En Su absolvierte das Bridging Programme der FH Burgenland in Pinkafeld. Der Kurs bereitet ausländische Studierende sprachlich, aber auch kulturell auf ein Studium in Österreich vor. Er entschied sich danach für den Bachelorstudiengang Information, Medien & Kommunikation an der FH Burgenland, den er im Sommer 2020 abschloss. Seine Bachelorarbeit wurde von Betreuer und Studiengangsleiter Michael Zeiller mit Sehr Gut benotet. „Herr Su hat in seiner Zeit an der FH Burgenland große Zielstrebigkeit und Ausdauer bewiesen. Vor allem seine sprachliche Entwicklung hat mich stark beeindruckt. In seiner Abschlussarbeit greift er ein sehr aktuelles Thema auf und trägt mit seiner Untersuchung zu mehr Verständnis und Toleranz gegenüber der chinesischen Kultur bei.“

Facts zum Studiengang

Bachelorstudium - 6 Semester - Studium für Informationsmanagement; Akademischer Grad: Bachelor of Arts in Social Sciences – BA; Organisationsform: Vollzeit (Mo – Fr) oder berufsbegleitend (i.d.R. alle zwei Wochen Freitag 14.00 bis 21.00 Uhr und Samstag von 8.30 bis 17.15 Uhr, zusätzlich pro Semester zwei Präsenzblöcke Do - Sa ganztägig), 30 % Fernlehre in der berufsbegleitenden Variante; Studienplätze: 50; Studienort: 7000 Eisenstadt, Campus 1; Unterrichtssprache: Deutsch (einzelne Lehrveranstaltungen können auch in englischer Sprache abgehalten werden); Studiengebühren: keine

Eine Anmeldung für einen Studienstart im Herbst 2021 ist bereits möglich. Informationen unter www.fh-burgenland.at oder der InfoLine 05 7705 3500

Rückfragehinweise:
Mag.a Christiane Staab
Marketing & Kommunikation
Fachhochschule Burgenland GmbH
Tel: +43 (0)5 7705 3537
E-Mail: christiane.staab[at]fh-burgenland.at