23. Oktober 2020

Das Department Soziales der FH Burgenland präsentierte bei einem Vernetzungstreffen eine Studie zum Thema „Jugendliche im Burgenland, die weder erwerbstätig noch in Aus-bildung oder Weiterbildung sind.“ Im Fachjargon sogenannte „NEETs“. Fazit: Das Netzwerk Berufliche Assistenz (NEBA) im Burgenland konnte auch während Corona arbeitsmarkt-und ausbildungsferne Jugendliche erreichen, um sie bei der Berufsorientierung und Integration zu unterstützen. Aufgrund von COVID-19 verschärft sich jedoch die Lage am Arbeitsmarkt.

Eine Gruppe von Teenagern mit einem Berater

Eisenstadt, 23. Oktober 2020 – „Werde Influencer deines eigenen beruflichen Lebens“ – Wie erreicht und motiviert man Jugendliche, um nach neun Jahren Pflichtschule in der Berufswelt Fuß zu fassen und wie kann man sie auf diesem Weg bestmöglich unterstützen? Fragen wie diese behandelten die Arbeitsgruppe Jugendliche & Berufsorientierung und die Steuerungsgruppe KOST Burgenland - Ausbildung bis 18 in ihrem Treffen in Eisenstadt. Manfred Tauchner, Leiter des Departments Soziales an der FH Burgenland, präsentierte die Studie „NEETS und Ausbildungspflicht bis 18 im Burgenland“ mit den ersten Ergebnissen aus dem Jahr 2019. Aufgrund von Covid-19 wurde die Befragung 2020 von August bis Oktober 2020 aktualisiert.

Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, sowie Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, die z.B. im Jugendcoaching direkt in der Betreuung betroffener Jugendlicher und deren Familien tätig sind, wurden im Zuge der Studie ebenso befragt, wie Expertinnen und Experten der Kinder-und Jugendpsychiatrie, der Kinder-und Jugendhilfe im Burgenland, des Arbeitsmarktservices und weiterer Berufsausbildungseinrichtungen, sowie der Koordinationsstelle zur Ausbildungspflicht bis 18. Im Jahr 2019 gab es im Burgenland insgesamt 696 arbeitslos gemeldete 15- bis 24-jährige Jugendliche. 2020 sind es bereits 732 Jugendliche, und das trotz 144 offener Lehrstellen bei 124 lehrstellensuchenden Jugendlicher. Dies sei auch auf traditionelle Berufsrollenbilder der Mädchen und Burschen zurückzuführen, so Experten.

Qualitative und quantitative Resultate untermauern, dass die Ausbildungspflicht bis 18 als Unterstützungs- und Kontrollsystem das Abtauchen jugendlicher Drop-Outs mittlerweile zu 99% verhindert und potenzielle NEETs mit konsequenter psychosozialer Begleitung an eine Berufsausbildung heranführt.

Manfred TauchnerLeiter des Departments Soziales

Die Beschränkung dieser engmaschigen Unterstützung mit der Volljährigkeit, der in Krisenzeiten erforderliche Ausbau überbetrieblicher Ausbildungsangebote und Lehrwerkstätten, die Nachhaltigkeit der vielfältigen Maßnahmen über das 18. Lebensjahr hinaus, sowie Mobilitätsnachteile für Jugendliche in ländlichen Regionen wurden in der Expertenrunde im E-Cube kritisch und auch kontroversiell diskutiert. Dass aufgrund der Krise der Unternehmen junge Menschen trotz Erfüllung ihrer Ausbildungspflicht am angespannten Arbeitsmarkt in weiterer Folge nicht Fuß fassen können, sei eine berechtigte Sorge, da sie als Neueintretende nun vermehrt in Konkurrenz mit beruflich erfahreneren Erwachsenen stehen. Einigkeit besteht in der Fachcommunity zum Ergebnis der Studie, dass insbesondere Jugendliche in der Adoleszenzkrise von den coronabedingten Verunsicherungen der Familien und der Arbeitswelt psychisch stärker betroffen sind. Digitalisierung und Flexibilisierung werden zwar auch als Chancen wahrgenommen, lernschwächere und bildungsferne Jugendliche in Multiproblemlagen könnten von diesen Innovationen jedoch nicht profitieren. Die Resultate der Studie und der Feedbacks werden nun mit Verantwortlichen in Politik und Administration vertiefend erörtert.

 

Facts zum Studiengang

Bachelorstudium Soziale Arbeit mit dem Schwerpunkt Kinder-, Jugend- und Familienhilfe – 6 Semester – Vollzeit – Akademischer Grad „Bachelor of Arts in Social Sciences, BA“ – Studienort Campus Eisenstadt – Zugang: Matura, Studienberechtigungs- oder Berufsreifeprüfung, Vorbereitungslehrgang mit Zusatzqualifikationsprüfung.

Eine Anmeldung für den Bachelorstudiengang Soziale Arbeit der FH Burgenland für den Studienstart im Herbst 2021 ist unter www.fh-burgenland.at bereits möglich.

Rückfragehinweise:
Monika Köstinger BA
Marketing & Kommunikation
Fachhochschule Burgenland GmbH
Tel: +43 (0)5 7705 3533
E-Mail: monika.koestinger[at]fh-burgenland.at