28. April 2020
Christiane Staab
Von: Christiane Staab

Technische Studiengänge haben den Ruf, besonders schwer zu sein. Auch in Gesprächen mit FH Burgenland Studierenden können wir das beobachten. Vor allem berufsbegleitend Studierende klagen über hohe Arbeitspensen. Warum das so ist und welche Jobs unseren Studierenden danach winken, haben wir unsere Studiengangsleiter und zwei Studierende gefragt.


„Ein Technikstudium ist eben ein Technikstudium“, erklärt Werner Stutterecker auf die Frage, warum sein Bachelorstudiengang Gebäudetechnik und Gebäudeautomation das Image, schwer zu sein, nicht loswird. Fächer wie Thermodynamik oder Messtechnik müsse man schlicht und einfach „studieren“„Trotz didaktisch gut strukturierter Präsenz- und Fernlehrphasen ist es für Studierende wichtig, sich die Inhalte in den technischen Fächern aktiv anzueignen“, meint Stutterecker.

Wichtig ist ein Verständnis der Materie, dieses muss den Studierenden wie man so schön sagt in Fleisch und Blut übergehen, und dazu bedarf es einer aktiven Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Stoffgebiet.

Werner StuttereckerStudiengangsleiter Gebäudetechnik und Gebäudeautomation

Challenge accepted and completed

Der Bachelorstudiengang GTA ist mit Sicherheit eine Herausforderung, die allen Studierenden ein hohes Maß an Disziplin, Durchhaltevermögen und Ehrgeiz abverlangt. Die von der Fachhochschule bereitgestellten Rahmenbedingungen und der enge Zusammenhalt unter den Studierenden ermöglichen jedoch jedem bzw. jeder Einzelnen, diese Herausforderung zu meistern“, sagt Elena Treiber. Sie hat den Studiengang abgeschlossen. Besonders schwierig für sie war der Einstieg ins Studium, da sie zuvor keine technische Schule besucht hatte. „Durch ein abgestimmtes Programm der FH für Quereinsteiger ist es jedoch für alle möglich, einen erfolgreichen Start in ein technisches Studium zu meistern.“ 

Durch ein abgestimmtes Programm der FH für Quereinsteiger ist es jedoch für alle möglich, einen erfolgreichen Start in ein technisches Studium zu meistern.

Elena TreiberStudentin

Seit Oktober 2019 ist Elena in Berlin am Bauvorhaben „Neue Spreespeicher“ bei der Firma Porr Design and Engineering in der TGA Bauleitung tätig und dort Teil der Abwicklung eines 46 Mio. Euro – Projekts. „Rückblickend kann ich sagen, dass das Studium eine ideale Basis für das spätere Berufsleben darstellt und ich die Zeit auch aus Perspektive meiner persönlichen Entwicklung nicht missen möchte.“ Berufsbegleitend studiert sie aktuell im Masterstudiengang für Gebäudetechnik und Gebäudemanagement an der FH Burgenland. 


Technik – ein solides Fundament für die beruflichen Herausforderungen von morgen

Gerade im Zeitalter des digitalen Wandels sind gut ausgebildete Technikerinnen und Techniker besonders gefragt, ist Christian Heschl überzeugt. Er leitet den Masterstudiengang Gebäudetechnik und Gebäudemanagement, in dem Elena jetzt studiert. „Sowohl für die Entwicklung von neuen Systemlösungen als auch für die Realisierung von innovativen Geschäftsmodellen sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit einer fundierten technischen Ausbildung unerlässlich“, sagt Heschl. 

„Derzeit werden die Planungs-, Errichtungs- und Betriebsprozesse durch digitale, kollaborative Arbeitsmethoden neu ausgerichtet. Zudem werden neue Systemlösungen mit einer hohen Gesamtenergieeffizienz auf europäischer Ebene gefordert. Damit ergeben sich völlig neue Entwicklungspotenziale entlang der gesamten Wertschöpfungskette eines Gebäudes." 

Die solide Ausbildung unserer Absolventinnen und Absolventen befähigt sie, Lösungen von morgen auszuarbeiten und damit die Branche aktiv mitzugestalten.

Christian HeschlStudiengangsleiter Gebäudetechnik und Gebäudemanagement


Kein Kaffeesudlesen am Stundenplan

Diesen Ansatz bekräftigt auch Christian Büll. Er leitet das Department für Informationstechnologie und Informationsmanagement der FH Burgenland und den Bachelorstudiengang IT Infrastruktur-Management.

Wir beschäftigen uns mit absoluten Zukunftsthemen rund um Digitalisierung und das Internet der Dinge.

Christian BüllDepartmentleiter Informationstechnologie und Informationsmanagement

Wir blicken dazu aber nicht in die Glaskugel, sondern vermitteln unseren Studierenden wissenschaftlich fundierte Kenntnisse und das praktische Handwerkszeug. Mit genau dieser Kombination können sie aktiv an Innovationen mitarbeiten und zukünftige Entwicklungen gestalten.“ 

Das bedürfe jedoch Einsatzwillen und einer gehörigen Portion Sitzfleisch, sind sich alle Experten einig. 

George Matta studiert im fünften Semester im Bachelor IT Infrastruktur-Management und ist Forschungsmitarbeiter am Center für Cyber Physical Systems Security an der FH Burgenland.

Informatik ist spannend, schnelllebig und fordert, dass man immer am Ball dranbleibt. Das kann manchmal sehr zeitaufwändig sein. Aber das ist auch gleichzeitig das Schöne an unserem Fach – permanentes Lernen und Forschen, und daraus entstehen dann tolle Innovationen.

George MattaStudent und Forschungsmitarbeiter

Anspruchsvoll, aber mit guten Jobaussichten

Am Ende der zwei oder drei intensiven Jahre wird das Engagement der allermeisten Absolventinnen und Absolventen mit dem Traumjob oder einem Karrieresprung belohnt. Mittlerweile ist jeder zweite Studienplatz an der FH Burgenland technischer Natur und zahlreiche Initiativen motivieren junge Menschen dazu, sich in technischen Bereichen höher zu qualifizieren. Denn, die jungen Experten*Innen von morgen werden maßgeblich an der Entwicklung ihrer Branchen mitwirken.