12. Jänner 2022
Christiane Staab
Von: Christiane Staab

Siegfried Wöber leitet die Kaukasus-Abteilung in der OSZE in Österreich, der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa.

Der Experte für Konfliktprävention ist unter anderem aktiv in eine Arbeitsgruppe für humanitäre Fragen als Ko-Moderator in Genf eingebunden, die sich um Vermittlung zwischen den Konfliktparteien nach dem Georgien Krieg 2008 bemüht. Für Osteuropa interessierte er sich schon in seiner Schulzeit und entschied sich darum für das damals noch sehr junge Studium der Internationalen Wirtschaftsbeziehungen an der FH Burgenland in Eisenstadt, mit Russisch als Sprache.

Mich hat die Möglichkeit eines praxisorientierten, internationalen Studiums fasziniert, in dem man durch Praktika und Auslandssemester auch die Chance hat, über den Tellerrand zu schauen. Außerdem fand ich das familiäre Set-up gut – einige meiner damaligen Studienkollegen zählen nach wie vor zu meinen besten Freunden.

Siegfried WoeberAbsolvent der FH Burgenland

Seine Abschlussarbeit verfasste er zum Thema der Direktinvestitionen im baltischen Markt. „Spannenderweise war diese Arbeit im Laufe meiner Karriere immer wieder Gesprächsthema.“ 2009 schloss Siegfried Wöber einen Master of Interdisciplinary Balkan Studies an der Universität Wien an, und fokussierte seine akademische Arbeit auf die Republik Moldau. Schon während des Studiums war Wöber in humanitäre Initiativen involviert und bald danach für Hilfsorganisationen in den Bereichen Entwicklungshilfe, Menschenrechte und Konfliktprävention in Ländern wie Georgien, Aserbaidschan und Armenien tätig.

Während des österreichischen OSZE Vorsitzes 2017 war Siegfried Wöber im Team des Außenministeriums für Kaukasus und Moldau, im speziellen die Konflikte dort, verantwortlich. „Das war klassische Diplomatie, wobei wir auch sehr wichtige vertrauensbildende Maßnahmen umsetzen konnten. Danach wurde ich vom italienischen Außenministerium angefragt, ob ich das auch für sie machen könnte.“

Was ihn nach so vielen Jahren in diesem spannenden und arbeitsintensiven Feld motiviert? „Konfliktarbeit schreitet im Kleinen voran, aber wir können Dinge bewegen. Dialogprozesse sind immer spannend.“