22. April 2021
Monika Köstinger
Von: Monika Köstinger

Earth Day 2021 - Restore our earth - choose to reuse

„Nur noch kurz die Welt retten“ - Wie schaffen wir es, die Klimakrise zu bewältigen und unseren Planeten nachhaltig zu schützen? Eines ist sicher – wir haben noch viel Arbeit vor uns.

In den Studiengängen des Departments Energie und Umwelt setzen sich unsere Energie-, Umwelt- und Gebäudetechniker*innen von morgen bereits mit Umweltfragen wie dieser auseinander. Wir haben unsere Studierenden dazu befragt, dabei ihre Tipps für mehr Nachhaltigkeit gesammelt und noch weitere spannende Themen und Aktionen anlässlich des Earth Days zum Thema „Restore our Earth“ für euch zusammengefasst. Wir sind begeistert vom tollen Spirit und der Expertise unserer Studierenden. Nehmt euch die Zeit und lasst euch inspirieren!

Warum Energie und Umwelt studieren?

Vom persönlichen Interesse an Umweltschutz, über das Bestreben etwas Neues zu erlernen und an innovativen Lösungen mitzuarbeiten, bis hin zur Leidenschaft für Gebäudetechnik von klein auf. Es gibt vielerlei Gründe, warum sich unsere Studierenden für ein Studium im Department Energie und Umwelt entscheiden. Dabei sind auch Klimawandel, Nachhaltigkeit und weitere Umweltthemen ausschlaggebende Faktoren für die Studienwahl.

"Ja, das waren auf jeden Fall wichtige Aspekte. Als begeisterter langjähriger Alpinist habe ich die Auswirkungen des Klimawandels mit eigenen Augen gesehen. Ich kann mich gut an einige Wanderungen über Gletscher in den Alpen erinnern, die ich als Jugendlicher unternommen habe. Bei der Wiederholung der Wanderungen in den letzten Jahren sind mir die massiven Auswirkungen des Klimawandels auf erschreckende Art und Weise bewusst geworden. Dort, wo ich als Jugendlicher noch auf meterhohem Eis gewandert bin, ist heute nichts mehr übrig als blanker Fels. Diese Erfahrungen haben mich nochmal bestärkt, in einem Feld zu studieren, in dem man viel in Hinblick auf den Klimawandel bewirken kann."

Markus Krakauer, Student im Bacherlorstudiengang Gebäudetechnik und Gebäudeautomation

"Eines war mir immer klar: ich möchte die Welt, in der wir leben, positiv prägen und einen Beitrag zum Schutz unseres Planeten leisten. Der schonende Umgang mit der Umwelt war in meinem Leben immer präsent. Angefangen bei den alltäglichen Situationen, wie die Vermeidung von Plastik, der Verschwendung von Lebensmitteln, der richtigen Abfalltrennung und den ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich zu halten. Wir befinden uns in einer Zeit, in der Erderwärmung, Klimawandel und Lebensmittelverschwendung keine Fremdwörter mehr sind, nun ist es an der Zeit für diese Aspekte Lösungen zu finden."

Julia Horvath, Studentin im Bachelorstudiengang Energie- und Umweltmanagement

"Mein Herz schlägt seit meiner Kindheit für die Gebäudetechnik – insbesondere für die Elektrotechnik. Für mich ist es jeden Tag ein Wunder, dass es in unseren Gebäuden fließendes Wasser gibt, dass es warm und behaglich ist, dass wir auf einen Schalter drücken und es hell wird. Das begeistert mich schon immer und ich möchte unbedingt erfahren, warum und wie das alles funktioniert. Vor allem aber auch durch den Klimawandel nimmt die Gebäudetechnik einen immer größeren Platz ein. Der Mensch ist im 21. Jahrhundert daran gewöhnt, dass es im Gebäude immer angenehm temperiert ist und diesen Luxus wird der Mensch wohl auch so beibehalten wollen. Daher ist gerade die Gebäudetechnik eine der zukunftsrelevantesten Technikbereiche überhaupt."

Sandra Schweitzer, Studentin im Bachelorstudiengang Gebäudetechnik und Gebäudeautomation

"Zurzeit bin ich als Techniker bei einem Unternehmen für Ingenieurdienstleistungen im Bereich Umweltschutz tätig und beschäftige mich intensiv mit dem Thema des Kunststoffrecyclings. Mein Bestreben ist es in den Bereichen der Abfallwirtschaft und des Umweltschutzes aktiv und innovativ an Lösungen mitzuarbeiten, um die Herausforderungen unserer Zeit zu meistern. Der ausschlaggebende Faktor für mich für die Wahl des Studiums war in erster Linie mein eigener Interessensfokus zum Thema Abfallwirtschaft und Recyclingtechnologien. Klimawandel und Nachhaltigkeit sind erst während der Studienphase sehr weit in den Vordergrund gerückt, vor allem, da all diese Themen direkt miteinander im Zusammenhang stehen."

Georg Sostaric, Student im Masterstudiengang Energie- und Umweltmanagement

Ob im Bachelorstudiengang oder im Master, diese aktuellen und zukunftsrelevanten Umwelt-Themen sind dabei ein wesentlicher Teil der Ausbildung.

"In vielen Lehrveranstaltungen werden Themen rund um Energieeffizienz und Ressourcenschonung behandelt. Im ersten Teil des Studiums wird zwar größtenteils das grundlegende Rüstzeug, etwa mathematische oder ingenieurswissenschaftliche Methoden vermittelt. Trotzdem gelingt es den Vortragenden den Blick auf nachhaltige Themen zu lenken – etwa, wenn in der angewandten Mathematik der CO2-Jahresgang mit mathematischen Methoden analysiert wird. Sogar in den Englisch-Vorlesungen werden immer wieder Themen rund um Energieeffizienz, Energieträger und ökologische Möglichkeiten behandelt. Je weiter das Studium voranschreitet, desto mehr Raum wird dafür auch frei. So haben wir uns etwa in den Vorlesungen zu Bauphysik und Bauökologie intensiv mit dem Thema nachhaltige Baumaterialien und deren Bewertung auseinandersetzen können."

Markus Krakauer, Student im Bacherlorstudiengang Gebäudetechnik und Gebäudeautomation

Die Klimakrise wirft unzählige ökologische und soziale Probleme auf, die miteinander in Wechselwirkung stehen und gelöst werden müssen. Auch unsere Studierenden haben dazu eine klare Meinung.

"Handlungsbedarf besteht auf beiden Seiten, in der Politik oder bei individuellen Maßnahmen. Klassische Maßnahmen, die gerne von Medien vorgestellt werden wie Bäume pflanzen oder immer das Licht abdrehen, sind meiner Meinung nach nicht die Lösung für das Problem. Man sollte sich vor allem informieren, welche Maßnahmen wirklich relevanten Einfluss auf die persönlich verursachten Emissionen haben und sich dann auf diese konzentrieren. Das sind meistens nicht die klassischen „feel-good“ Aktionen wie einen Baum zu pflanzen. Die Aufgabe der Politik besteht vor allem darin, umweltfreundliches Handeln für Unternehmen und Individuen attraktiver zu gestalten und umweltschädliches Verhalten weniger attraktiv zu machen."

Alina Bachler, Studentin im Bachelorstudiengang Energie- und Umweltmanagement

"Sich in der jetzigen Situation auf eine Problematik zu fokussieren, ist nicht der richtige Ansatz. Es gibt viele Probleme auf der Welt, die gelöst werden müssen und jedes Problem, angefangen von der Trinkwassersverschmutzung und -knappheit, zur Versauerung der Meere, als auch der Klimawandel selbst und der daraus resultierende Verlust der Biodiversität. Alles muss betrachtet werden, nicht zu vergessen die jetzigen Auswirkungen durch Covid-19. Im ersten Schritt ist es wichtig, momentan „vergessene“ Ökosysteme wiederherzustellen. Einen Baum zu pflanzen ist sicher ein guter erster Schritt in eine ökologische Richtung, doch am wichtigsten ist, sich selbst mit dem Thema auseinander zu setzen: Welche Auswirkungen hat mein Handeln auf meine Zukunft, auf die Umwelt, auf die Zukunft meiner Nachfahren? Wir sind in einem Zeitalter angekommen, wo die Technologie keinen Halt macht, wo man sich vorwiegend durch Luxusgüter definiert und seinen Wohlstand repräsentiert. Diese Aspekte gilt es zu überdenken, welchen Status habe ich, wenn ich mir teure Güter leisten kann, dafür jedoch die Augen verschließe, vor der Tatsache, dass ich meinen Kindern damit den Lebensraum nehme?"

Julia Horvath, Studentin im Bachelorstudiengang Energie- und Umweltmanagement

"An Problemen fehlt es in unserer Zeit wirklich nicht. Das Konzept der planetary boundaries beschreibt im Wesentlichen Belastungsgrenzen für das System Erde. Zu diesen neun Grenzen unseres Planeten zählen die Klimakrise, Ozonloch, Ozeanversauerung, Biogeochemische-Kreisläufe, Süßwasserverbrauch, Landnutzungsänderungen (z.B. Abholzung), die Biosphäre und weniger erforschte Themen, wie die Einbringung neuartiger Substanzen und Organismen und die Partikelverschmutzung der Atmosphäre. Ich muss an dieser Stelle gestehen, dass mir diese neun Grenzen vor dem Studium an der FH Burgenland nicht in vollem Ausmaß bewusst waren. Probleme wie Klimakrise, die Landnutzungsänderung, vor allem im Amazonaswald, und das Ozonloch, sind jedem bekannt. Nur wenigen ist bewusst, dass die Änderung der Biosphäre (Funktion von Ökosystem, Artenvielfalt) und die biogeochemischen Kreisläufe von Stickstoff und Phosphor die Grenzen der Belastbarkeit der Erde bei weitem überschritten haben. Es ist wichtig, sich nicht nur auf ein Thema wie den Klimawandel zu beschränken. Es müssen alle Themen berücksichtigt werden. Man betrachte nur all die vom Aussterben bedrohten Tierarten oder unseren exzessiven Nutzen von Phosphor und Stickstoff für verschiedenste Anwendungen. Das Ökosystem ist ein sehr empfindliches System, welches durch uns massiv beeinflusst und geschädigt wird."

Georg Sostaric, Student im Masterstudiengang Energie- und Umweltmanagement

SDGs – Sustainable Development Goals, Pariser Klima-Abkommen, European Green Deal, Gemeinwohl-Ökonomie, ... Es gibt zahlreiche Strategien und Abkommen zum Klimaschutz, die diese Probleme in Zukunft lösen sollen. Auch Initiativen wie Earth Day, Fridays for Future oder Overshoot Day, etc. erwecken immer mehr Bewusstsein in der Gesellschaft. Über die Relevanz und Notwendigkeit dieser sind sich auch unsere Studierenden einig.

"Es ist für unsere Gesellschaft unheimlich wichtig, aufgeklärt und gebildet zu sein. Dazu gehört es, Bewusstsein zu schaffen. Den meisten Menschen (Behauptung meinerseits) ist es gar nicht bewusst, was es bedeutet, wenn permanent das Licht aufgedreht bleibt oder die Heizung umsonst läuft. Was für Prozesse hinter Energiegewinnung stecken ist unglaublich und aufwändig. Ich denke also, dass gewisse Initiativen wichtig sind, um die Menschen zum Nachdenken zu bewegen. Die, die das nicht wollen, werden es aber auch nie tun."

Sandra Schweitzer, Studentin im Bachelorstudiengang Gebäudetechnik und Gebäudeautomation

"Es ist definitiv wichtig, dass sich die Politik dieses Themas annimmt. Zum Erreichen der Ziele ist es auch wichtig, dass die Ziele umsetzbar, eindeutig aber trotzdem ambitioniert gewählt sind. Dazu benötigt es zusätzlich genug passende Anreize für die Umsetzung. Solche Initiativen tragen zur Awareness bei, was bei jedem Problem der erste Schritt ist. Wichtig ist, dann auch den nächsten Schritt zu tun und Lösungen zu implementieren in der Politik und auch im persönlichen Leben."

Alina Bachler, Studentin im Bachelorstudiengang Energie- und Umweltmanagement

"All die Initiativen, Strategien und Abkommen zum Thema Klimaschutz sind wichtig. Die Erreichung deren Ziele ist ein wesentlicher Schritt in die Richtung des Erhaltens unseres Lebens, wie wir es kennen. Wie ich aber schon bezüglich der planetary boundaries angeführt habe, ist der alleinige Schutz des Klimas bzw. unseres Ökosystems nicht nur durch die Reduktion von Treibhausgasen und Verringerung des Energieverbrauchs erreichbar. Zusätzlich ist zur Erreichung dieser Ziele eine globale Zusammenarbeit nötig, dies stellt uns vor großen Herausforderungen. Die Frage aller Fragen ist dabei, wie wir alle Staaten dieser Welt in ein Boot holen können."

Georg Sostaric, Student im Masterstudiengang Energie- und Umweltmanagement

Klimaschutz beginnt bei einem selbst.

Welchen Beitrag können wir leisten, um unsere Ökosysteme wiederherzustellen und zu schonen, um unsere Existenz auf diesem Planeten für die Zukunft zu sichern? Welche Klimaschutz-Tipps haben unsere zukünftigen Expertinnen und Experten aus dem Department Energie und Umwelt für uns?

"Ich denke, eine wichtige Erkenntnis ist es, dass wir den Planeten nicht schützen müssen. Das klingt zunächst einmal kontrovers, daher möchte ich diesen Gedanken etwas näher erklären. Die Erde gibt es nach heutigen Erkenntnissen seit etwa 4,5 Milliarden Jahren. Da das eine Größenordnung ist, die schwer vorstellbar ist, übertragen wir das Alter der Erde auf ein Jahr. In diesem Jahr hat sich die Erde deutlich gewandelt. Vulkanausbrüche, Eiszeiten, Solarstürme, die Polumkehr des Magnetfeldes, Dinosaurier und so weiter. All das passierte in den ersten 364 Tagen des Erdalters. Am letzten Tag, etwa 35 Minuten vor dem Neujahr sind die Bedingungen auf unserem Planeten passend dafür geworden, dass sich der Homo sapiens entwickelt. 42 Sekunden vor Mitternacht erscheinen die ersten Hochkulturen auf dem Planeten und als nur noch 14 Sekunden des Jahres übrig bleiben, beginnt unsere heutige Zeitrechnung. Gerade einmal zwei Sekunden lang ist es her, dass das Industriezeitalter begann. Die letzte Sekunde des Erdalters war eine besonders bemerkenswerte Zeit.

In dieser kurzen Zeit hat sich der CO2-Gehalt der Atmosphäre rapide geändert. Die Durchschnittstemperaturen sind erheblich gestiegen und für den Menschen wird es zunehmend ungemütlicher. Eines scheint vorherbestimmt zu sein, dass die Erde noch weiter existieren wird und die Jahre überdauert. Die treffendere Frage ist: Werden wir noch da sein? Wird der Mensch in wenigen Sekunden noch die Bedingungen vorfinden, um weiterzubestehen? 

Wir schützen also nicht den Planeten – der hat schon Schlimmeres durchgemacht. Wir schützen unsere Zukunft!

Ein wichtiger Tipp scheint mir daher: Machen wir uns den Umstand bewusst, dass unser Einsatz beim Thema Klimaschutz nichts Geringeres ist, als die Zukunft der Menschheit. Was wir alles tun können, sei es im Verkehr, der Ernährung oder in der Gebäudetechnik, ist den meisten bekannt. Wichtig ist viel mehr, dass wir es auch tun und intrinsische Motivation für unser Handeln finden."

Markus Krakauer, Student im Bacherlorstudiengang Gebäudetechnik und Gebäudeautomation

"Es sind vor allem viele kleine Schritte notwendig. Jeder steht beinahe täglich vor einer Entscheidung, bei denen es „umweltfreundliche“ Alternativen gibt. Sei es beim Lebensmittelkauf, bei der Überlegung zu Fuß zu gehen oder mit dem Auto zu fahren, oder schlichtweg den Kaugummi am Straßenrand oder im Mistkübel zu entsorgen. Der Spruch „Wir sind nur Gast auf unserer Erde“ formuliert diese kleinen Schritte sehr schön. Wir müssen uns nur die Fragen stellen: Möchte ich die Erde so hinterlassen? Wie möchte ich einen Platz vorfinden, wenn ich ankomme? Ich beschäftige mich schon lange mit den Themen. Deshalb vermeide ich es, Produkte zu kaufen, in denen Palmöl verarbeitet wird, reinige meinen Haushalt ohne Chemie, versuche Plastikfrei einzukaufen, etc. Zudem werden wir demnächst in eine Photovoltaikanlage investieren. In meinem Freundeskreis sind diese Themen allgegenwärtig und viele investieren derzeit in neue Heizungsanlagen und in Photovoltaikanlagen."

Marlies Heschl, Studentin im Bachelorstudiengang Gebäudetechnik und Gebäudeautomation

"Wichtig ist es, sich mit dem Thema auseinander zu setzen und den ersten Schritt zu wagen. Das heißt nicht, dass man nie wieder in das Flugzeug steigen darf oder sich vegan ernähren muss, sondern einfach bewusster leben sollte. Ich finde gerade in dieser Krise wurde uns nochmals klar und deutlich gezeigt, worauf es ankommt: vor allem auf die Gesundheit. Doch auch diese kann nur davon profitieren, wenn wir Grünflächen zum Spazieren haben, wenn wir uns ausgewogen und gesund ernähren, wenn wir Sport machen können und uns der Sonne erfreuen, und nicht dadurch, dass ich das neueste Handy habe, die neueste Designer-Handtasche oder das schnellste Auto fahre."

Julia Horvath, Studentin im Bachelorstudiengang Energie- und Umweltmanagement

"Klimaschutz kann nicht beschlossen werden, sondern muss von allen Beteiligten auch gelebt werden. Was nützen uns Ziele, wenn die Mehrheit der Menschen diese nicht befolgen? Was nützt uns ein Aktionsplan, wenn wir diesen nicht miteinander abarbeiten? Wir in Europa sind, was den Lebensstandard angeht, eigentlich sehr privilegiert. Fakt ist, ein höherer Lebensstandard verursacht meist mehr CO2 Emissionen pro Kopf, eine stärker voranschreitende Bodenversiegelung, einen hohen Ressourcenverbrauch und wirkt sich daher auch direkt auf unser Ökosystem aus. Was kann jeder Einzelne also tun? Dinge wie Licht ausschalten, wenn man nicht im Raum ist, öfters auf das Auto verzichten, Sachen recyclen, Wasser sparen usw. kennt jeder von uns. Vor allem ist es wichtig ein Bewusstsein zu schaffen und dieses auch zu verinnerlichen. 

Die Natur sollte bewusster wahrgenommen und erlebt werden. Die Natur selbst ist ein System, welches schon lange vor uns Menschen funktionierte. Wir Menschen, wenn wir können, tendieren dazu im Überfluss zu leben, anstatt nur das zu konsumieren, was wir wirklich brauchen. Ich nehme immer gern das Beispiel einer Erdbeere. Ich muss mich wirklich oft fragen, warum Menschen in Österreich das ganze Jahr über Erdbeeren essen wollen und diese dann weite Strecken zu uns importiert werden. Wieso wollen wir Rindfleisch aus Brasilien? Wieso kaufen wir uns immer das neuste Handy? Jede Saison eine neue Garderobe zum Anziehen? Alle reden wir von Nachhaltigkeit – es ist an der Zeit, das auch zu leben – das sollte jeder von uns schaffen! An dieser Stelle möchte ich das Schlagwort Biomimicry - Innovation inspired by nature in den Raum werfen. Die Natur hat ein äußerst komplexes System entwickelt, welches funktioniert. Wir als Menschen können von diesen Systemen durchaus profitieren, man muss nur hinsehen.

Ich lade dich als Leser dazu ein, diese Thematik kurz zu betrachten und vor allem ein besonderes Augenmerk auf die „Life-Principles“ zu legen.

>> Life creates conditions conducive to Life – Leben schafft lebensfördernde Bedingungen <<.  

Wir sind schon am richtigen Weg, aber es liegt noch ein langer Weg vor uns. Wenn man auf den Lebensmittelbereich blickt, kann es einfach nicht sein, dass ein regionales Produkt teurer ist als ein über 1000 km importiertes Produkt aus einem Land, dessen Umweltstandards möglicherweise niedriger sind, als bei uns. Das Konsumverhalten spielt eine immense Rolle. Kaufen wir vermehrt oder ausschließlich regionale Produkte, wird sich das System daran anpassen. Zusätzlich müssen Anreitze erstellt werden, welche Produkte aus umwelt-gefährdender Produktion verteuern und die tatsächlich gesamten Kosten darstellen. Umweltschäden müssen monetär bewertet werden und sollten sich in dem, was wir tun, stärker wiederspiegeln. So wird auch die Innovation für neue Produkte, für ein neues System, wesentlich schneller voranschreiten. Ich erinnere mich gerne an eine Aussage von einer meiner liebsten Studienkolleginnen < Kein Lebewesen auf dieser Welt, außer der Mensch, würde sein eigenes Habitat zerstören…>"

Georg Sostaric, Student im Masterstudiengang Energie- und Umweltmanagement

"Am besten ist es immer, sich bei offiziellen/renommierten Institutionen über die effektivsten Maßnahmen zu informieren. Wenn es um einfach umsetzbare Maßnahmen geht, würde ich empfehlen, vor allem auf Fliegen zu verzichten und stattdessen Zugfahren zu bevorzugen. Öffis nehmen statt Autofahren ist natürlich auch super oder auf Fleisch (vor allem Rind) so weit wie möglich verzichten, das gleiche gilt für Milchprodukte."

Alina Bachler, Studentin im Bachelorstudiengang Energie- und Umweltmanagement

"Mein Tipp ist sehr banal (wie alle meine Lebensweisheiten): Haltet bitte die Augen und Ohren offen! Man muss nicht weit schauen, um zu sehen, wie es um uns und den Planeten steht. Alle, die das noch nicht verstanden haben, dürften meinem Tipp noch nicht gefolgt sein."

Sandra Schweitzer, Studentin im Bachelorstudiengang Gebäudetechnik und Gebäudeautomation

Dass unsere Studierenden enormes Wissen in dieser komplexen Thematik erworben haben, ist spätestens nach diesen ausführlichen und aufklärenden Statements klar. Dabei lernen sie von der Expertise unserer vielfältigen Studiengangsleiterinnen und Studiengansleiter, Lektorinnen uns Lektoren, sowie Forscherinnen und Forscher. Nicht ohne Grund sind unsere Absolventinnen und Absolventen daher in gerade diesen Bereichen äußerst gefragt und erfolgreich.

 

Energie-, Umwelt-, und Gebäudetechniker*innen gefragter denn je

In unserem Podcast Campus Talk spricht unser Rektor und Departmentleiter für Energie und Umwelt Gernot Hanreich auch über Klimaschutz und Co. Dabei erklärt er, welche langfristigen Verbesserungen es braucht, um die Welt zu retten und welche Rolle dabei unsere Absolventinnen und Absolventen der Studiengänge des Departments Energie und Umwelt spielen. Reinhören lohnt sich!

 

Visionen und Initiativen für eine bessere Umwelt und nachhaltige Zukunft

Anlässlich des Earth Day 2021 möchten wir noch auf einige Aktionen eingehen, um für mehr Bewusstsein und Wertschätzung für unseren Planenten zu sorgen.

Earth Hour - Stunde der Erde 

Seit 2007 wird jährlich zur weltweiten Klima- und Umweltschutzaktion Earth Hour aufgerufen. Dabei geht es um das Ausschalten von öffentlicher Beleuchtung, wobei sich bereits unzählige Menschen, Unternehmen und Städte beteiligen und die Lichter für eine Stunde löschen, um die Öffentlichkeit auf den Klimaschutz aufmerksam zu machen. In diesem Jahr fand die Earth Hour am 27. März von 20:30 – 21:30 Uhr statt. Auch die FH Burgenland war heuer dabei und schaltete das Licht an beiden Studienzentren in Pinkafeld und Eisenstadt aus.

Earth Day - Tag der Erde

Jedes Jahr zum Earth Day am 22. April erheben sich weltweit zusammen mehr als eine Milliarde Menschen aus mehr als 190 Ländern, um mehr Bewusstsein für unsere Klimakrise zu schaffen und um mehr Maßnahmen für unseren Planeten zu fordern. Zum 52. Mal gibt es neben dem globalen Klimagipfel weltweit zahlreiche Aktionen, Workshops und Podiumsdiskussionen um die Wertschätzung für eine natürliche Umwelt zu stärken. Diesmal lautet das Thema „Restore our Earth“, wobei es um die Regeneration der Naturressourcen geht, genauer um grüne Technologien, regenerative Landwirtschaft, Klima- und Umweltkompetenz, usw. Dabei sein und mitmache! Mehr zum Earth Day gibt es gleich hier.

Earth Overshoot Day – Welterschöpfungstag

2020 war es der 22. August, an dem die Nachfrage an nachwachsenden Rohstoffen das Angebot der Erde überstieg. Welcher Tag es in diesem Jahr wird, ist noch offen. Gewiss ist jedoch, dass die Organisation Global Footprint Network mit diesem Aktionstag, dem Earth Overshoot Day, auf die Begrenztheit der natürlichen Ressourcen hinweist und dazu aufruft, gemeinsam das Datum zu schieben. Denn das die Menschheit alle natürlichen Ressourcen schneller aufbraucht, als sie die Erde innerhalb eines Jahres zur Verfügung stellen kann, ist alarmierend und verdeutlicht, dass wir das natürliche Ökosystem, unseren Planeten und unsere Gesundheit gefährden, indem wir zu verschwenderisch leben. Daher #MoveTheDate! 

Vom Foodprint bis zum Footprint – Dein ökologischer Fußabdruck

Du möchtest deinen ökologischen Fußabdruck bestimmen, um zu erfahren, ob du bereits am richtigen Weg bist? Hier gibt es den österreichischen Fußabdruck Rechner Footprint . Weitere Informationen und Tipps, um deinen Fußabdruck zu verringern findest du auch hier. Auch dein Essverhalten ist ausschlaggebend. Finde auch hier heraus, wie dein aktueller Food-Print aussieht.

Burgenland radelt – Jeder Kilometer zählt

Je mehr Wege zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt werden, desto besser, denn umso mehr CO2 kann eingespart werden. Von 20. März bis 30. September findet die Radmotivations-Aktion „Burgenland radelt“ für eine bessere Gesundheit und eine saubere Umwelt statt und lädt dazu ein mitzumachen. Auch die FH Burgenland ist dabei, also radelt mit uns! Nähere Infos findet ihr hier.

e·nova - Internationaler Kongress

Seit über 24 Jahren versammeln sich Expertinnen und Experten aus den Bereichen Energie, Umwelt und Gebäude bei der e·nova an der FH Burgenland, um sich über aktuelle und auch hier erwähnte Themen auszutauschen. Die e·nova gilt als eine der größten wissenschaftlichen Fachtagungen des Burgenlandes und betrachtet nachhaltige Technologien aus unterschiedlichsten Blickwinkeln. Die Planung für den heurigen Kongress läuft bereits. Näheres hier

Strategie mit nachhaltiger Verantwortung

 

Wusstet ihr, dass wir auch gerade an der Umsetzung einer ausgeklügelten Strategie für Nachhaltigkeit und Gemeinwohl arbeiten? Sobald die neue Strategie finalisiert und fixiert wurde, informieren wir euch natürlich gerne.

„Es ist höchste Eisenbahn, dass wirklich jede und jeder Einzelne auf den Zug aufspringt, damit wir alle gemeinsam an den ökologischen, ökonomischen und sozialen Herausforderungen arbeiten. Dabei ist es wichtig, alle Aspekte gesamtheitlich und unter Einbezug ihrer Wechselwirkungen zu betrachten – global, national, regional und lokal. In unserer Lehre, Forschung und als Organisation sehen wir uns in der Verantwortung, an der Erreichung der Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen, sowie an den Zielsetzungen des „Green Deal“ der Europäischen Union mitzuwirken.“

Regina RowlandHochschullehrende und Beauftragte für Nachhaltigkeit und Gemeinwohl

Niemand kann alles, aber jede*r kann etwas tun!

All die hier angesprochenen Themen, komplexen Problematiken und Fragen, die wir nun anlässlich des Earth Days hier thematisieren, zeigen, dass es in jeder Hinsicht viel für uns zu tun gibt. Eines ist klar: es ist wichtig, dass wir es alle gemeinsam angehen, Bewusstsein schaffen und das eigene Handeln reflektieren und danach im Namen unserer Welt handeln.

 

Sei ein*e Held*in, studier‘ in Pinkafeld

Energie, Umwelt, Technik, Nachhaltigkeit - Sind das genau die Themen, die dich interessieren? Dann könnte ein Studium an der FH Burgenland genau das richtige für dich sein, denn bereits gute Bildung ist ein effektives Mittel, um einen Beitrag für die Welt zu leisten. Also: entscheide dich, etwas für unsere Umwelt und unser Klima zu tun, habe Mut zur Technik und studiere einen unserer nachhaltigen Studiengänge im Department Energie und Umwelt.

PS: Eine Anmeldung zu den Restplätzen der Studiengänge für einen Studienstart im Herbst 2021 ist noch möglich :)