15. September 2021
Christiane Staab
Von: Christiane Staab

Michael Haugeneder ist Geschäftsleiter der ATP sustain GmbH und beschreibt seinen Beruf als äußerst vielfältig.

"Wir begleiten Projekte im nachhaltigen Bauen. Das bedeutet, dass wir ökologische, ökonomische und soziokulturelle Gegebenheiten eines Gebäudes mit dem Bauherrn gemeinsam ausarbeiten“, beschreibt er. Es handelt sich dabei um mittlere und große Bauvorhaben, hauptsächlich Gebäude ab 5.000 m2 und größer bis hin zu Stadtquartieren oder Stadtteile.

Spannend an meinem Beruf finde ich, dass wir die Möglichkeit haben, daran mitzuwirken, dass eine bessere Zukunft entsteht. Und zwar deshalb, weil wir in einer sehr frühen Phase der Projekte an wesentlichen Stellschrauben arbeiten können, etwa CO2 Neutralität, leistbares Wohnen und Leben, Komfort, Gesundheit von Mensch und Umwelt. Unser Ziel ist es, Gebäude zu schaffen, die in ihrer Qualität einen wesentlichen Mehrwert in der Gesellschaft bringen.

Michael HaugenederAbsolvent der FH Burgenland

Das Thema der Ressourcenschonung hat Michael Haugeneder dabei schon immer interessiert. Schon als HTL-Schüler beschäftigte er sich mit den Baustoffen Holz bzw. mit Recycling. Doch auch das Thema Energie ließ ihn nicht los. „Alles ist Energie“, ist nach wie vor sein Motto – „auch jeder Feststoff besteht aus Energie.“

An der FH Burgenland fand er im Studiengang Gebäudetechnik und Gebäudemanagement genau die Themen, nach denen er gesucht hatte. Seiner alten Hochschule bleibt er dabei auch nach vielen Jahren noch treu. Er lehrt als externer Lektor im Bereich des nachhaltigen Bauens und Safety & Security und stellt auch als Arbeitgeber immer wieder gerne Absolvent*innen seines ehemaligen Studiengangs ein. „Diese Leute bringen viel Basiswissen etwa zu Thermodynamik oder Strömungslehre mit. Innovative Entwicklungen kann nämlich nur vorantreiben, wer die Physik versteht. Die Grundlagen sind sehr wichtig und dürfen auch nicht verloren gehen“, appelliert er. „Wer die Grundlagen nicht verstanden hat, kann auch neue Technologien nicht beurteilen.“Auch zur Weiterentwicklung des Studiengangs hat er eine wichtige Empfehlung. 

EU Taxonomie bzw. der Green Deal sind in aller Munde. Um die Vision der EU umsetzen zu können, braucht es technische Guidelines für die tatsächliche Umsetzung in allen Branchen. Das Gute ist, dass die EU Direktive in der Finanzwelt angesiedelt ist. Das hat mit der Baubranche zwar nicht direkt etwas zu tun, aber jeder Banker, der sich damit beschäftigen muss, braucht einen Techniker, der unterstützt. In Zukunft brauchen wir Fachleute, die diese wichtigen Fragen beantworten können. Die Finanzwelt ist der größte Treiber im Wirtschaftssystem und damit der stärkste Heben zur Veränderung des Wirtschaftssystems hin zur ökosozialen Reform.

Michael HaugenederGeschäftsleiter der ATP sustain GmbH

Zukünftige Fragen werden sich darum drehen, wie ein Gebäude klimaneutral erbaut werden kann und dem Klimawandel standhält. Studienende der FH Burgenland erlenen, was man hierfür braucht. „Alumni des Masterstudiengangs Gebäudetechnik und Gebäudemanagement sind zugelassen, hier Gutachten schreiben zu können. Das ist ein wesentliches Asset in Zukunft. Experten mit Hochschulstudium werden in den nächsten Jahren alle Hände voll zu tun haben – mehr denn je“, prophezeit der Experte.