Das war Regio Media 2019

3. April 2019, FH Burgenland, Campus 1, 7000 Eisenstadt

  • Österreichs erster Tag des Regionaljournalismus an der FH Burgenland war ein voller Erfolg
  • Branche diskutierte Zukunftsfragen der regionalen Medien mit führenden Köpfen, Experten und Wissenschaftern
  • Fortsetzung im Frühjahr 2020

„Die eierlegende Wollmilchsau ist im Journalismus ein Rohrkrepierer,“ so lautet eine der Grundaussagen des ersten Regio Media Tages an der FH Burgenland, bei dem es unter anderem um die Zukunft des Regionaljournalismus in Zeiten der Digitalisierung ging. Über 125 Journalisten und Medientreibende trafen sich, um Herausforderungen und Chancen ihrer Branche zu diskutieren – das passierte ehrlich, konstruktiv, aber vor allem zuversichtlich. Namhafte Expertinnen und Experten besprachen die zukünftigen Anforderungen an die Journalistenausbildung, den Umgang mit Paywalls genauso wie die Beziehung zwischen Wirtschaft, Politik und Redaktionen.


    Mehr Bilder der Veranstaltung finden Sie auf unserem Onedrive. (c) FH Burgenland, (c) Sofamagazin und (c) Niki Koller. Präsentationen finden Sie ebenfalls am Onedrive.


    Mit dem Regio Media, dem ersten Tag des österreichischen Regionaljournalismus, trafen die Veranstalter Michael Roither (FH Burgenland) und Nikolaus Koller (Kuratorium für Journalistenausbildung) als externer Partner genau den Puls der Zeit. Durch die Diskussion rund um die Abschaffung der GIS oder gar die Schließung von ORF Landesstudios, durch Fake News und die massive Nutzung der Sozialen Medien herrscht Verunsicherung unter Journalistinnen und Journalisten. Was User von heute von ihnen erwarten, wie sie diesen Erwartungen bestmöglich gerecht werden können und vieles mehr diskutierte das Who is Who der regionalen und nationalen Medienszene einen ganzen Tag lang am Campus Eisenstadt der FH Burgenland.

    „Regionalmedien werden täglich, stündlich und minütlich von den Leserinnen und Lesern konsumiert“, fasst Initiator Michael Roither, selbst Journalist und Studiengangsleiter des Masterstudiengangs Information Medien Kommunikation an der FH Burgenland, zusammen. „Sie sind überall dort, wo das Leben der Menschen stattfindet. Ihre Beliebtheit ist ungebrochen.“ Eine aktuelle Studie, die Roither gemeinsam mit seinem Masterstudierenden Kirin Kohlhauser vorstellte, bringt spannende Einblicke in den Status quo an digitaler Kompetenz in den österreichischen Regionalredaktionen. Trotz der veränderten Rahmenbedingungen, die die Digitalisierung mit sich bringt, bleiben laut den Studienautoren Werte wie die Wahrung der journalistischen Gütekriterien bestehen. „Was bisher galt, gilt auch weiterhin“, so Roither. Das Arbeiten im Netz bedarf aber zusätzlich eines hohen Verantwortungsbewusstseins, Neugierde und Experimentierfreudigkeit sowie der Fähigkeit zum crossmedialen Storytelling.

    Stimmen des Regio Media 2019

    „User wollen sofort und live“, sagt Katharina Schell, Mitglied der Chefredaktion der Austria Presse Agentur. „User erwarten sich permanent neuen Content, was durchaus eine Chance für regionale Inhalte darstellt.“ Doch braucht es dazu die eierlegende Wollmilchsau? Den Journalisten, der Text, Audio, Video und Foto zu einer transmedialen Story verbindet? Oder liegt die die Lösung in verstärkter Teamarbeit innerhalb der Redaktionen, wie Ursula Gallautz vom Kurier anregt.

    Friedlich Dungl, Geschäftsführer der NÖN und BVZ rät zu mehr Selbstvertrauen: „Wir gehen fest davon aus, dass wir mit regionalen Themen uniquen Content in der Hand haben. Und mit hochwertigem, uniquem und regionalem Content können wir uns in den Regionalmedien auch trauen, Dinge hinter eine Paywall zu geben.“

    Die Bedeutung der regionalen Medien für lokale Unternehmen stellte unter anderem Michael Gerbavsits, Vorstandsvorsitzender der Energie Burgenland, in den Vordergrund. „Die Leserinnen und Leser der Regionalmedien sind unsere Kunden. Allein schon aus diesem Grund ist unsere Beziehung eine ganz natürliche. Die regionale Berichterstattung genießt hohe Glaubwürdigkeit“

    Auch Franzisca Weder von der Universität Klagenfurt stärkte mit ihrer Key note „Da geht noch mehr! Ungenutzte Potenziale des Lokaljournalismus in der Klimawandelkommunikation“ das Selbstbewusstsein lokaler Medien. Wichtig sei, Inhalte auf die lokale Ebene und die jeweilige Lebensrealität der Leserinnen und Leser herunter zu brechen, meint die Expertin.

    Mit-Initiator der ersten Regio Media Konferenz, Nikolaus Koller vom Kuratorium für Journalistenausbildung, resümierte: „Wir haben heute gesehen, dass Österreich ein Land er Regionalmedien ist. Verschiedenste Teilnehmer aus unterschiedlichen Redaktionen sind gekommen, um sich auszutauschen. Ich glaube, dass die Berichterstattung über die Heimat nach wie vor gefragt ist. Rückblickend ist es der FH Burgenland mit Regio Media gelungen, dem Regionaljournalismus in Form dieses Events eine Heimat zu geben.“

    Gerald Grünberger, Geschäftsführer des Verbands Österreichischer Zeitschriften, beschreibt Regio Media als „eine tolle Initiative, die jedenfalls nach Fortsetzung verlangt. Die Regionalmedien in den Mittelpunkt einer Tageskonferenz zu stellen, hebt nicht nur den Stellenwert der Regionalmedien, sondern trägt auch zur Professionalisierung im Journalismus bei.“

    Robert Hofer, Unternehmenssprecher & Leiter Kommunikation Santander ergänzt aus (Haupt)Sponsorensicht: „Für uns war das Engagement bei Regio Media als regionaler Arbeitgeber und als regional stark verankertes Unternehmen ein großes Anliegen. Wir verstehen uns als Partner der Regionalmedien und hoffen auch, so empfunden zu werden. Es war für uns logisch, die Veranstaltung zu unterstützen, weil wir davon überzeugt sind, dass den regionalen Medien eine große Zukunft bevorsteht. Sie können die Frage „Was ist bei uns eigentlich los?“ wohl am authentischsten beantworten. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus unterschiedlichen Medien zu begegnen und ihre Herangehensweise an Zukunftsthemen wie Digitalisierung zu erleben, war sehr wertvoll. Es war ein gelungener Tag.“

    Schon im ersten Jahr ihres Bestehens erfuhr die Veranstaltung Unterstützung durch wichtige Verbände und Vereinigungen des Journalismus in Österreich, vom Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ), dem Kuratorium für Journalistenausbildung (KfJ), dem Presseclub Concordia und der Initiative Qualität im Journalismus (IQ) bis hin zum Verband der Regionalmedien (VRM) und dem Branchemedium Horizont.

    Auch konnten neben dem Land Burgenland und dem ORF Burgenland als Medienunternehmen große Wirtschaftsbetriebe wie Santander, Coca Cola und Energie Burgenland als Unterstützer des Tages gewonnen werden.


    Unterstützt unter anderem von: