08. April 2016

Leuchtturm-Event zu „Innovation im ländlichen Raum“ an der Fachhochschule

Eisenstadt, 8. April 2016 – Beschränkt sich die Förderung von Forschung, Innovation und Technologie oftmals nur auf städtische Ballungsgebiete? Wie kann die Abwanderung bestausgebildeter Arbeitskräfte im ländlichen Raum eingedämmt werden? Können Forschung und Technologieentwicklung im ländlichen Raum stattfinden? – Mit diesen Fragen beschäftigte sich eine hochkarätig besetzte Diskussionsrunde mit wichtigen Akteuren aus Politik und Forschung auf Einladung der FTI Burgenland an der FH Burgenland. Der Grundtenor an diesem Tag: „Forschung und Innovation stärken und dem Trend der Abwanderung im ländlichen Raum entgegenwirken.“

Niessl: „Wissen ist der Rohstoff für den Wohlstand der Zukunft“

„Um in den Bereichen Forschung, Technologie und Innovation Erfolge zu erzielen, ist vor allem eine hohe Bildungsqualität notwendig. Das haben wir in den vergangen Jahren erreicht. Wir haben die höchste Maturantenquote in Österreich und auch die Fachhochschule hat mit mehr als 2.100 Studierenden einen wesentlichen Beitrag zu dieser Entwicklung geleistet“, unterstreicht Landeshauptmann Hans Niessl die Weiterentwicklung des Burgenlandes zum Forschungsland.

Trotz stetiger Steigerung der Forschungsquote sieht Niessl trotzdem Aufholbedarf: „Es ist gelungen, die Forschungsquote von 0,6% auf 0,9% anzuheben – nun wollen wir weiter zulegen. Daher wurde eine nachhaltige Forschungsstrategie entwickelt.“ Forschungsschwerpunkte sind für ihn vor allem Projekte im Bereich der Erneuerbaren Energien. „Neue, gut qualifizierte Arbeitsplätze sind nur durch wissensbasierte Wirtschaft und durch Forschung, Entwicklung und Innovation zu erreichen“, ist der Landeshauptmann überzeugt: „Innovative Unternehmen weisen die 2,5-fachen Beschäftigungseffekte auf.“ Deshalb wären Investitionen in diesem Bereich wesentliche Wachstumsimpulse und würden Arbeitsplätze schaffen.

Steßl: „Chancen der Digitalisierung nutzen“

„Der Digitale Wandel muss genutzt werden, um Wirtschaftsstandorte zu stärken“, argumentiert Staatssekretärin Sonja Steßl. Darauf ziele das Regierungsprojekt „Digital Roadmap“ ab. Es soll die Teilhabe aller Menschen an der digitalen Welt ermöglichen und hat das Ziel, Österreich zum innovativsten Land Europas zu machen. „Bei diesem Projekt wurde auch das Burgenland intensiv eingebunden“, erklärt Steßl: „Es laufen eine Vielzahl erfolgreicher Projekte mit dem Bundeskanzleramt, wie etwa die e-Government Seminarreihe, die gemeinsam mit der Akademie Burgenland angeboten wird.“ Bisher gab es über 50 Seminare mit über 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Ein weiterer, innovativer Fortschritt sei der neue Masterstudiengang „Cloud Computing Engineering“, der seit vergangenem Herbst an der FH Burgenland angeboten wird. „Cloud und Open-Data sind die Zukunftsthemen und die FH nimmt mit diesem wichtigen Angebot eine Vorreiterrolle ein.“

Ambros: „Mehr Investitionen im Bereich Forschung“

Die Digitalisierung im Burgenland voranzutreiben, sieht auch die Präsidentin des Rats für Forschung, Technologie und Innovation Burgenland, Gabriele Ambros, als wichtigen Faktor an. Sie kenne die Herausforderungen, mit denen das Burgenland kämpft: „Das Burgenland hat Ballungszentren, aber auch große ländliche Regionen. Gerade in diesem Raum mit seinen Vorteilen, wie Erholungsgebiet und Rückzugsgebiet zu sein, muss behutsam vorgegangen werden.“ Forschung und Innovation seien eine große Chance: „Das Burgenland hat bereits wichtige Hotspots in diesem Bereich, wie die Fachhochschule. Diese Hotspots gilt es weiterzuentwickeln“, so Ambros. Es brauche dazu vor allem aber auch die nötigen Förderungen und Investitionen im Land, um diese Entwicklung auch erfolgreich voranzubringen.

Pseiner: „Stärken stärken“

Aus der Sicht der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) ist ein wichtiger Schritt, die Forschungsbasis im Burgenland zu verbreitern. Die Rahmenbedingungen seien bereits gut gegeben: „Wir wollen zusätzlich zu den bestehenden Kapazitäten neue professionelle Akteure mit ins Boot holen, um zu einer höheren Leistung im Bereich Forschung und Innovation zu kommen“, erklärt Klaus Pseiner, Geschäftsführer der FFG. „Dazu gehört es aber auch, jene Kooperationen und Unternehmen, die bereits erfolgreich waren, noch weiter zu unterstützen“. Zwischen 2013 und 2015 wurden laut Pseiner im Bereich F&E 16 Millionen Euro investiert. Für die Nahe Zukunft sei es Ziel, diesen Betrag zu erhöhen.

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