23. Dezember 2015

Workshops und Vorträge mit Amnesty International am Tag der Menschenrechte an der FH Burgenland.
Department Soziales verankert Prinzip der Menschenrechte im Studiengang „Soziale Arbeit“.

Eisenstadt, 10. Dezember 2015 – Heute jährt sich zum 67. Mal die UN-Resolution „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“, ein historischer Meilenstein. Menschenrechte sind auch im 21. Jahrhundert kein selbstverständliches Gut und ein brisantes Thema in der Gesellschaft. Am internationalen Tag der Menschenrechte setzt die FH Burgenland im Department Soziales gemeinsam mit Amnesty International Österreich einen Schwerpunkt in der Menschenrechtsbildung und veranstaltet Workshops und Vorträge.

 

Menschenrechtsbildung schafft Bewusstsein

„Wir orientieren uns an der FH Burgenland nicht nur an den fachlichen Kompetenzen. Unser Ziel ist es auch, Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen und damit einen Beitrag zu einer lebendigen und aufgeklärten Gesellschaft zu leisten“, so FH-Geschäftsführer Georg Pehm. Für ihn ist die Fachhochschule nicht nur ein Ort, an dem sich Menschen Wissen aneignen: „Das Department Soziales war aus wissenschaftlicher Sicht eine sehr wichtige Erweiterung und hat die Fachhochschule vielfältiger gemacht. Das Department Soziales hat zudem die Verantwortung in der Lehre, Menschenwürde an die jungen Studierenden weiterzugeben“.Aktuell zählt der Bachelorstudiengang Soziale Arbeit 88 Studierende. Im Wintersemester 2017 soll das Department um einen Masterstudiengang erweitert werden.

 

Soziale Arbeit ist eine Menschenrechtsprofession

Seit September 2014 werden erstmals im Bachelorstudiengang Soziale Arbeit an der FH Burgenland Sozialarbeiter und Sozialpädagogen ausgebildet. Grundlage der Sozialen Arbeit sind die Prinzipien der Menschenrechte und der sozialen Gerechtigkeit. „Eine Besonderheit dieses neuen Studienganges ist die inhaltliche Ausrichtung nach den internationalen Menschenrechten“, erklärt der Department- und Studiengangsleiter Roland Fürst. „In keiner anderen Ausbildung werden so viele Inhalte zum Thema Menschenrechte vermittelt. Das ist notwendig, da  Sozialarbeiter und Sozialpädagogen in vielen sensiblen Bereichen arbeiten, wo Menschenrechte verletzt werden: vom Asylbereich, der Kinder- und Jugendhilfe, der Altenarbeit bis hin zur Straffälligenhilfe“, erklärt Fürst. In insgesamt sechs Lehrveranstaltungen beschäftigen sich die Studierenden ausschließlich mit ethischen und sozialphilosophischen Fragestellungen im Zusammenhang mit Menschenrecht und Menschenwürde.

Schon in den Praktika sind die Studierenden der Sozialen Arbeit mit Fragen zu den ethischen Standards und Menschenrechten konfrontiert. „Uns ist es daher wichtig, dass wir mit den Experten von NGOs wie Amnesty International schon in der Ausbildung kooperieren“, erläutert der Studiengangsleiter. Als Auftaktveranstaltung fanden heute ein Vortrag und Workshops statt. Zudem präsentierte Amnesty International ihre aktuelle Kampagne.

 

Amnesty International: Schwerpunkt in der Menschenrechtsbildung

„In einer Gesellschaft, in der die Menschenrechte respektiert, geachtet und geschützt werden, ist für Rassismus und Extremismus kein Platz. Ohne das Wissen über die Menschenrechte kann man sich nicht für sie einsetzen. Menschenrechtsbildung vermittelt dieses Wissen, schafft Bewusstsein und stärkt die Fähigkeiten, die zu ihrer Umsetzung wichtig sind. Sie fördert darüber hinaus eine Kultur, in der die Menschenrechte geachtet, geschützt und eingefordert werden“, berichtet Generalsekretär von Amnesty International Österreich, Heinrich Patzelt.

 

In der aktuellen Kampagne, dem Briefmarkenmarathon, setzt sich Amnesty International für Menschenrechtsverteidiger ein, die durch ihren mutigen Einsatz für die Menschenrechte ihre eigene Freiheit verloren haben. „Die Idee des Briefmarathons ist denkbar einfach: Jedes Jahr im Dezember schreiben Millionen Menschen weltweit Briefe, mit denen sie Regierungen auffordern, politische Gefangene freizulassen und Unrecht zu beenden. Und sie schicken Solidaritätsnachrichten an Menschen, deren Rechte verletzt werden. Seit dem ersten Briefmarathon im Jahr 2002 konnten schon viele Menschen vor Tod, Folter oder ungerechten Haftstrafen bewahrt werden“, erklärt Patzelt von Amnesty International.

 

Einzelfallarbeit mit Studierenden

Die Studierenden der FH Burgenland und rund 40 Schüler und Schülerinnen der BHAK Eisenstadt erfuhren an diesem Schwerpunktnachmittag mehr über drei Personen, für die sich Amnesty International im Zuge der Briefmarkenaktion 2015 einsetzt:

  • Waleed Abu al-Kahir – ein saudi-arabischer Rechtsanwalt, der viele Opfer von Menschenrechtsverletzungen vor Gericht vertreten hat und nun selbst zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt wurde.
  • Phyoe Phyoe Aung – eine Aktivistin, die einen friedlichen Protestmarsch in Myanmar organisierte.
  • Fred Bauma und Yves Makwambala – sie gehören zu einer Jugendbewegung, die sich für mehr Demokratie stark macht, sie sind hinter Gitter und ihnen droht die Todesstrafe. 

 

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