25. September 2019

Forschungsprojekt der FH Burgenland zum Thema Frauenarmut präsentiert erste Ergebnisse. Netzwerkarbeit und ein begleitender Maßnahmenkatalog sollen Defizite aufdecken, Potentiale zeigen und Lösungen bieten.

Landesrätin Astrid Eisenkopf und Projektleiterin Elke Szalai (FH Burgenland) mit Workshopleiterinnen

Landesrätin Astrid Eisenkopf und Projektleiterin Elke Szalai (FH Burgenland) mit Workshopleiterinnen

Eisenstadt, 25.09.2019 - Das vom Europäischen Sozialfonds und dem Amt der Burgenländischen Landesregierung geförderte Projekt „Gegen Frauenarmut im Burgenland – Berufs- und Lebensperspektiven für Frauen im Burgenland“ zielt darauf ab, regionale Gegebenheiten, vorhandene Ressourcen, Potentiale und auch Hindernisse in vier im Projekt definierten burgenländischen Regionen jeweils zu identifizieren und sichtbar zu machen. Das Projekt startete bereits im September 2018, läuft bis Februar 2020 und hat mit der Fachtagung „FrauenMut – Lebenserfahrungen, Forschungsergebnisse und regionale Faktoren“ am 25. September 2019 nun seinen eigentlichen Höhepunkt erreicht.

Bei ihrer Eröffnung betonte Landesrätin Astrid Eisenkopf die Wichtigkeit dieses Projektes: „Armut kann jede Frau treffen. Egal welches Alter, in welcher Lebenssituation sie sich befindet oder in welcher Region sie lebt." 

Das Projekt „Frauen(Ar)Mut“ analysiert Ursachen und regionale Unterschiede von Frauenarmut im Burgenland und schafft somit die Grundlage, um auf diese Herausforderungen mit Maßnahmen reagieren zu können. Denn eines ist klar und das muss unser Ziel sein: Ein Frauenleben darf nicht zur Armutsfalle werden.

Astrid EisenkopfLandesrätin

Ein Projekt in drei Akten – Grundstein für Netzwerkbildung

Der Projektstart erfolgte durch eine Online-Umfrage die Erhebung unterschiedlicher Aspekte der „Berufs- und Lebensperspektiven für Frauen im Burgenland“. Die Fragestellungen wurden aus den zahlreichen vorhandenen Studien zur Situation von Frauen, die im Burgenland leben und arbeiten, abgeleitet. Dabei konnten insgesamt 355 Onlinefragebögen ausgewertet werden, wobei zusätzlich vertiefende regionale Zusammenhänge erfasst werden sollten. Es folgten vier Fokusgruppen im Nordburgenland, dem Seewinkel, dem Mittel- und Südburgenland zur vertiefenden Diskussion der Ergebnisse mit regionalen Expertinnen und Experten, mit Betroffenen und Behördenvertretern. Das durch die regionalen Bedürfnisse und Chancen identifizierte und gewonnene Wissen legte nun im Zuge der Fachtagung „FrauenMut“ den Grundstein für die nachfolgende Netzwerkbildung.

Expertinnen und Experten im Fokus

Für die Fachtagung bat das Projektteam rund um Projektleiterin Elke Szalai, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Department Soziales der FH Burgenland, jene Expertinnen vor den Vorhang, die tagtäglich mit den Themen Frauen, Armut, Alltag und Beruf professionell befasst sind. So gab Karin Behringer-Pfann (Geschäftsführerin Verein „Der Lichtblick“) in ihrer Keynote „Frauenarmut versteckt sich (nicht)?!- Der tägliche Überlebenskampf burgenländischer Frauen“ einen praxisorientierten Einblick in den Alltag einer Frauenberatungsstelle und lieferte damit Bilder der Vielfalt an Bedürfnissen, Bedarfen und Potentialen der Burgenländerinnen. Barbara Zach und Renate Holpfer zeigten in ihrer Keynote „Sozialhilfe Neu“: Gestaltungsspielräume für das Burgenland?“ die Auswirkungen der Gesetzesänderung auf. Gleichzeitig thematisierten sie Gestaltungsspielräume, welche die schlimmsten Auswirkungen für das Burgenland abfedern sollen.

Wissensgenerierung & Erfahrungsaustausch in den Workshops

Das Kernstück der Tagung lieferten vier Workshops mit unterschiedlichen Schwerpunkten. In diesen war die kreative Mitarbeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefordert. „Die Workshops haben uns sehr dabei geholfen, Ideen zu generieren und Lösungsansätze zu entwerfen, welche in den späteren Vernetzungstreffen weiterentwickelt werden können,“ so Szalai. “Studien und Ergebnisse haben wir nun viele zu diesem wichtigen Thema. Jetzt geht es darum, Austausch und Diskussion in die Regionen zu bringen.“ Ziel sei es, dass am Ende ein Maßnahmenkatalog entstehe, den die Politik umsetzen kann.

Das komplette Tagungsprogramm finden Sie unter: https://bit.ly/2KXPy9O

Rückfragehinweise:

Monika Köstinger BA
Marketing & Kommunikation
Fachhochschule Burgenland GmbH
Tel: +43 (0)5 7705 3533     
E-Mail: monika.koestinger[at]fh-burgenland.at