28. November 2016

Internationaler Wissenschaftskongress e-nova am Studienzentrum in Pinkafeld
Im Fokus Themen von allgemeinem Interesse: Gebäude - Energie - Umwelt

Sarah Meitz (AEE - Institut für Nachhaltige Energien), Ines Lindmeier (AIT – Austrian Institute of Technology GmbH.), Christian Wartha (FH Burgenland), Gernot Hanreich (FH Burgenland), Arne Ragossnig (UTC Umwelttechnik und Geoconsulting ZT GmbH), Franz Winter (TU Wien, Institut für Verfahrenstechnik), Zoltan Magyar (Budapest University of Technology and Economics) präsentieren stolz die gelungene Publikation zum diesjährigen e-nova Kongress

Pinkafeld, 28. November 2016: Das Department Energie-Umweltmanagement der FH Burgenland beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren am Campus Pinkafeld mit Lehre und Forschung auf dem Gebiet der Nachhaltigen Technologien. Auch diesmal war das Studienzentrum Begegnungsort für fachlichen Austausch unter Experten aus dem In- und Ausland.

 

Die Temperaturen der letzten Tage ließen vergessen, dass der Winter naht. Die traditionell zu Beginn der Heizperiode im November angelegte e-nova zählt mit knapp 200 Besuchern zu einer der größten Fachtagungen des Burgenlandes. Nicht zuletzt, weil sie Themen anspricht, die nicht nur die Techniker unter uns sondern uns alle betreffen. „Gerade in der kalten Jahreszeit wird uns die Wirkung gebäudetechnischer Maßnahmen eher bewusst. Wir machen uns Gedanken um Dämmung, Heizen, Beleuchtung und den erhöhten Energiebedarf“, erläutert Gernot Hanreich, Rektor und Departmentleiter Energie-Umweltmanagement

 

Gemeinsames Ziel – die Energiewende
Die Themen „Gebäude – Energie – Umwelt“ standen beim 20. Internationalen Kongress e-nova 2016 am Studienzentrum in Pinkafeld im Fokus, stellen sie doch in ihrer gesamten Bandbreite wichtige Felder zur Erreichung der Pariser Klimaziele dar. „Mit dem Kongress soll ein wichtiger Beitrag zur Darstellung und Diskussion von Lösungsansätzen und Innovationen geleistet werden. Denn energieeffiziente Gebäude sind ein wichtiger Teil der Energiewende und können diese maßgeblich mitbestimmen“, so Hanreich.

 

Das Neueste aus Forschung und Entwicklung
Die Bandbreite an Themen beim diesjährigen internationalen Kongress enova war groß. Neben der Frage der Wirtschaftlichkeit von energieeffizienten Lösungen ging es in Pinkafeld auch um Trendthemen wie Smart Cities oder die künstliche Intelligenz der Gebäude von morgen. Aber auch gebäudetechnische Innovationen und Behaglichkeit durch optimale Raumluftzustände wurden vorgestellt und diskutiert.

 

Beiträge kamen von Experten der FH und Forschung Burgenland, es fanden sich jedoch auch diesmal wieder nationale und internationale Speaker am Studienzentrum Pinkafeld ein. Sie kamen unter anderem von den Technischen Universitäten Graz und Wien, der Hochschule Luzern, der Université Saint-Louis Brüssel oder den Unternehmen AIT, AEE Intec etc.

 

Beiträge der FH Burgenland und Forschung Burgenland

Markus Jeitler, Forschung Burgenland, sprach über emissionsbasierende Regelungsalgorithmen zur Reduktion von Stickoxiden.

„Durch die energetische Nutzung von Biomasse wird eine Steigerung des Anteils von erneuerbaren Energieträgern sowie eine Reduktion von Treibhausgasen erreicht. Eine immer größer werdende Problematik stellen jedoch die bei der Verbrennung von Biomasse entstehenden gesundheits- sowie umweltschädlichen Stickstoffoxide dar.

Im Zuge der durchgeführten Forschungsarbeit ist es gelungen bei einer sich in Betrieb befindlichen mit Biomasse befeuerten Kraftwärmekopplungsanlage durch die Entwicklung von neuen emissionsbasierenden Regelungsalgorithmen die emittierten Stickstoffoxidemissionen nachhaltig um 22 % zu reduzieren und somit den jährlichen Ausstoß um mehr als 8,6 Tonnen zu verringern. In weiterer Folge wurde durch die Entwicklung einer intelligenten emissionsbasierenden Verbrennungsregelung an der gegenständlichen Kraftwärmekopplungsanlage eine Wirkungsgradsteigerung von 0,85 % erreicht, wodurch die jährliche benötigte Brennstoffmenge der Anlage um 442 Tonnen reduziert wurde.“

 

Markus Puchegger, Forschung Burgenland, sprach über das Projekt Hybris Grids Demo.
Die Stadt als „Energieschwamm“, die das Energiedargebot im Stadtgebiet und im Umland optimal aufnehmen und abgeben kann: Das ist die Vision hinter dem Projekt Hybrid Grids Demo Hartberg. Die verschiedenen Energieträger im System werden gemeinsam optimiert, um Synergieeffekte zu schaffen. Das städtische Energiesystem muss dazu in einen funktionalen Energiespeicher umgewandelt werden, der große zusätzliche Energiemengen speichern kann. Das Energieversorgungs- und Energienutzungssystem wird dazu flexibilisiert – und zwar mit einer passiven, energieträger- und -netzübergreifenden Verteilnetzbetriebsführung, die nicht aktiv in die sensible Netzregelung eingreift.

 

Thomas Schoberer, Forschung Burgenland, sprach über Evaluierung eines Wärmepumpensystems mit einem mobilen Messsystem am Beispiel eines Bürogebäudes.

„Das Projekt „energy4buildings“ beschäftigt sich mit integralen Fragestellungen in Bezug auf die Themenfelder Heizen und Kühlen in der Gebäudetechnik mit elektrisch und thermisch angetriebenen Wärmepumpen und Kältemaschinen und deren Systemkombinationen. Durch die Koppelung von Versuchsträgern mit einer Gebäude- und Analgensimulationssoftware via

 

Hardware-in-the-Loop Prinzip können realitätsnahe Abbildungen dynamischer Effekte unter Laborbedingungen geschaffen werden. In der Simulationssoftware erstellte Modelle sollen bei Messungen im Feld anhand von mobilem Messequipment validiert werden. Der Fokus des Beitrags liegt auf der Vorstellung des verwendeten Messsystems und der Evaluierung einer Wärmepumpe/Kältemaschine integriert in ein Bürogebäude anhand dessen.“

 

Lukas Zechner, Forschung Burgenland, sprach über Thermoelektrische Wärmepumpe – Messmethoden zur Bestimmung der thermoelektrischen Gütezahl anhand von marktreifen Produkten.

„Ich stelle Messmethoden für thermoelektrische Module vor, um untersuchen zu können, welche Rolle die thermoelektrische Wärmepumpe als Heiz- und Kühlsystem in unseren Gebäuden einnehmen wird. Diese Technologie bietet einige Vorteile im Vergleich zu konventionellen Systemen, so arbeitet die thermoelektrische Wärmepumpe zum Beispiel ohne Schallemissionen und ohne klimarelevanten Kältemittel.“

 

Die Initiates file downloadPressemeldung zum Download.

Das Initiates file downloadPressefoto zum Download.