04. November 2022
Studierende des Bachelors Physiotherapie
Von: Studierende des Bachelors Physiotherapie

Mit einer online Kick-off Veranstaltung im November 2021 startete das Projekt „Special Olympics Sommerspiele 2022“. Zu Ende ist die Zusammenarbeit aber selbst nach der Abschlussveranstaltung im Oktober nicht: Denn auch die nächsten Spiele werden wieder von unseren Studierenden begleitet.

Insgesamt 80 angehende Physiotherapeut*innen beteiligten sich auf Initiative der Studiengangsleiterin Heike Bauer-Horvath am Projekt „Special Olympics Sommerspiele 2022“. Wie es unseren Studierenden des Bachelorstudiengangs Physiotherapie dabei ergangen ist und welche Erfahrungen sie gemacht haben, verraten sie uns im Gastbeitrag. 

Ein Gastbeitrag von Katharina Bauer

Im Rahmen der 8. Nationalen Special Olympics Sommerspiele, welche diesen Juni im Burgenland stattgefunden haben, durften wir Studierende des Bachelorstudienganges Physiotherapie einige Sportler*innen auf ihrem Weg zum großen Event begleiten. Und zwar von Anfang bis Ende. Denn auch vor Ort in Oberwart hatten wir die Aufgabe, Regenerationsmaßnahmen in Form von Massagen und Dehnungen durchzuführen. Aber der Reihe nach.

Bei den Special-Olympics dabei sein zu dürfen, war ein wundervolles & unvergessliches Erlebnis. Einer der berührendsten Momente war die Sportler*innen auf den Siegerpodesten strahlen zu sehen. Die positive Ausstrahlung der Sportler*innen hat sich sofort auf mich übertragen. Zu sehen, wie lebensfroh und glücklich sie waren, ließ mich als Person wachsen.

Theres MarakovitsStudierende des Bachelors Physiotherapie

Vorbereitungen auf den großen Wettkampf

Beim ersten Kennenlernen im Zuge des Kick-off-Events durften wir die Athlet*innen vom Verein Pro Mente Burgenland sowie vom Team Dornau zu deren Alltag, Training und deren Weg zum Sport befragen. Kurz danach besuchten uns die Teams auch schon an der FH Burgenland am Standort Pinkafeld.

 

In der Lehrveranstaltung „Basisuntersuchung“ führten wir in Kleingruppen zunächst ein Anamnesegespräch, ehe wir eine der Sportart entsprechende Muskelfunktionsprüfung und Gelenksmessung vornahmen. Darauf aufbauend wurde ein speziell auf die Sportler*innen angepasster Trainingsplan mit zielgerichteten Übungen erstellt, um sie bestmöglich auf ihren Saisonhöhepunkt – die Special Olympics – vorzubereiten.

Ich glaube wir konnten Vieles voneinander lernen, aber was am meisten Einfluss auf mich hatte, war ihre positive Einstellung. Von den Sportler*innen habe ich gelernt, immer das Positive in allem zu sehen und auch die kleinen Dinge wertzuschätzen.

Lena KaiserStudierende des Bachelors Physiotherapie

Schon bald ging es mit der Lehrveranstaltung „Gangschulung und Ganganalyse“ weiter, in welcher wir die individuellen Gangbilder der Teilnehmer*innen analysierten und durch diverse Übungen mögliche Defizite auszugleichen versuchten. Wenige Wochen vor den Sommerspielen wollten wir die Teams nun auch mental bestmöglich vorbereiten. An einem weiteren Praxistag an der FH Burgenland führten wir daher Atemtechniken, Fantasiereisen und Dehnungsübungen durch. Auch wenn Entspannung womöglich mit Ruhe assoziiert wird, wurde an diesem Tag sehr viel gelacht und alle Beteiligten gingen sichtlich zufrieden und ausgeglichen nach Hause.

Diese besonderen Projekttage blieben uns aufgrund der vielen positiven Rückmeldungen und sichtlichen Erfolgen äußerst positiv in Erinnerung. Denn wir haben nicht nur die Freude an Bewegung geteilt, es wurden auch neue Bekanntschaften und Freundschaften geknüpft.

Saisonhöhepunkt: Physio-Studierende in Aktion bei den Special Olympics 

Nun war der große Tag für die Sportler*innen gekommen. Das Wetter an den Eventtagen war auf unserer Seite und somit war die Stimmung aller Beteiligten am Höhepunkt. Für uns Studierende begann die Betreuung unserer Massagestation. Mit einem vorerst nervösen Gefühl, ob die Teilnehmer*innen überhaupt Zeit und Interesse an unserer Station zeigen würden, starteten wir in den großen Tag. Doch kurz nach diesen anfänglichen Zweifeln kam bereits der erste Ansturm.

Durch die gute Zusammenarbeit unter uns Studierenden meisterten wir die Sommerspiele als Team, sammelten neue Erfahrungen und wuchsen über uns hinaus. Trotz des strengen Zeitplans blieb uns nach unseren Massageeinheiten genug Zeit, um direkt am Geschehen teilzunehmen und alle Bewerber*innen bei ihren Wettkämpfen lautstark anzufeuern.

Besonders der Tag des Events wird mir ewig in Erinnerung bleiben. Die Freude, der Ehrgeiz und nicht zuletzt die Herzlichkeit, die alle Sportler*innen an ihrem großen Tag ausstrahlten, war für mich einzigartig und unvergesslich.

Katharina Bauer Studierende des Bachelors Physiotherapie

Mehr als nur ein Projekt im Studium

Um das Projekt mit einem weiteren Highlight abzuschließen, wurde diesen Oktober ein großes Floorball-Turnier mit allen Beteiligten der beiden Teams sowie des Studienganges Physiotherapie veranstaltet. In sieben Teams kämpften wir Studierende gemeinsam mit den Special Olympics Sportler*innen um den großen Sieg. 

Mein Highlight war die Lebensfreude und das Vertrauen, mit dem uns die Sportler*innen begegnet sind. Das Projekt mit Special Olympics war als Ganzes eine unglaublich wertvolle und lehrreiche Erfahrung - nicht nur für unsere berufliche Zukunft, sondern vor allem auch für die persönliche Weiterentwicklung.

Victoria SchindlerStudierende des Bachelors Physiotherapie

Der Tag war geprägt von viel Kampfgeist, Spaß und Erfolgsmomenten. Und obwohl es beim Turnier nur ein Siegerteam geben konnte, war spätestens beim anschließenden Zusammenkommen klar, dass weniger der Pokal oder die Medaille, sondern vielmehr die zahlreichen Erfahrungen, unvergesslichen Momente und Erinnerungen unsere Belohnung waren.

Für mich persönlich war das Projekt eine herausfordernde, aber sehr aufregende und schöne Zeit. Es war eine einmalige Chance die Special Olympics Teilnehmer*innen von der Vorbereitung bis hin zum Wettkampftag begleiten zu dürfen.  Auch wenn wir aufgrund des großen Ansturms auf unsere Massagestation teilweise etwas gefordert waren, war es für mich umso schöner zu sehen, wie alle Studierenden an einem Strang zogen. Zu guter Letzt freue ich mich auf weitere spannende Projekte im Laufe unseres Studiums, bei welchen wir unsere Kenntnisse und Fertigkeiten unter Beweis stellen und über uns hinauswachsen dürfen.