08. Juli 2020
Christiane Staab
Von: Christiane Staab

Was nach dem wahrsagerischen Blick in die Glaskugel klingt, ist für FH Burgenland Lektor Gerhard Svolba die höchst komplexe Analyse sehr realer Daten.

Der Data Science Experte beschäftigte sich kürzlich mit einem ausgeklügelten Simulationsmodell rund um den Wasserstand des Neusiedlersees. Mit seinen Berechnungsmodellen weckte er nicht nur das Interesse des burgenländischen Referats für Hydrographie, sondern begeisterte auch seine Studierenden im Masterstudiengang Business Process Engineering & Management.

Es handelt sich hier nicht um ein Vorhersagemodell, sondern um ein Simulations-Modell. Das heißt, ich sage nicht vorher, wie der Wasserstand im Juli/August/September aussehen wird, sondern ich zeige Simulations-Szenarien.

Gerhard SvolbaLektor an der FH Burgenland

Sehr anschaulich visualisiert er zum Beispiel was passiert, wenn es ab 1. Juni so weitergeht wie in 2019, 2018, … Was passiert, wenn es viel/wenig regnet, wenn es viele/wenige heiße Tage gibt. „Es geht also darum, die Schwankungsbreiten und Verläufe der letzten Jahre widerzuspiegeln“, so der begeisterte Segler. Mit einem ansprechend aufbereiteten Video dazu lieferte er auch für das Wasserportal Burgenland wichtigen Input für weitere Überlegungen zum Thema. Nachzusehen ist der Beitrag hier.

Zur aktuellen Debatte rund um einen möglichen Ausbau der Wasserzufuhr zum See meint er: „Selbstverständlich habe ich als passionierter Wassersportler ein hohes Interesse daran, dass der See da ist. Dennoch bin ich sehr skeptisch, was hier an Zuflussmöglichkeiten technisch und biologisch möglich und sinnvoll ist.“

Warum er genau dieses Thema für seine Lehrveranstaltung in Data Science an der FH Burgenland nutzt, ist einfach erklärt. Einen See bzw. dessen Wasserstand können sich die Studierenden gut vorstellen. Außerdem liegt es nahe, sich an der FH Burgenland mit einem burgenländischen Thema auseinanderzusetzen. Bereits seit 2015 gibt er seine Expertise als externer Lektor an Studierende weiter. Hauptberuflich beschäftigt er sich im internationalen Software-Unternehmen SAS mit dem Einsatz von Machine Learning und künstlicher Intelligenz für fachliche Fragestellungen in Kundenprojekten.  Die Liebe zu Zahlen begleitet ihn seit seiner Kindheit. „Ich kann mich erinnern, dass ich schon beim Supertrumpf-Spielen schon immer überlegt habe, wie ich meine Spielkarten optimal gruppieren kann“, schmunzelt er.