17. April 2019
David Stöhr
Von: David Stöhr

Es gibt eine Menge an Gründen warum man (noch) keine Matura hat. Ich persönlich wollte beispielsweise eigentlich nie studieren, denn mir gefiel mein damaliger Job im Verkauf und da war ein Studium unnötig. Doch Zeiten ändern sich und man spielt mit dem Gedanken sich verändern zu wollen.

Wer sich jedoch erst sehr spät für ein Studium entscheidet, hat es über den zweiten Bildungsweg nicht immer leicht. In diesem Blogbeitrag möchte ich euch einige Möglichkeiten aufzeigen, um die Matura nachzuholen.

 

Zeit für Veränderungen – mein persönlicher Weg

 

Wie bereits erwähnt hatte ich selbst vor meiner Lehrzeit schon die Einstellung, dass studieren vollkommen überflüssig sei und man ja kein Studium braucht, um etwas zu arbeiten. Doch nach meiner Lehrabschlussprüfung kam dann irgendwie der Wunsch nach Veränderung auf, besonders deshalb, weil mir mein damaliger Traumjob schlussendlich irgendwann eher Albträume bereitete. So entschied ich mich, meinen Zivildienst vorzuziehen und fand mich im Sozialbereich wieder.

Nach neun Monaten Zivildienst wurde mir die Möglichkeit geboten, als Betreuer weiterhin tätig zu sein. Was zuerst beeindruckend klang, war nach zwei Jahren auch nicht mehr das, was es einmal war. Jedoch gefiel mir der Sozialbereich. Hier kann man jedoch erst wirklich Fußfassen, wenn man zumindest ein Bachelorstudium absolviert hat. So sprang ich also über meinen Schatten und beschloss die Matura nachzuholen.

 

 

Weiterbildungsdschungel – die Vielfalt an Angeboten

 

Wer so wie ich beschließt die Matura nachzuholen, sollte erstmal die Machete auspacken, denn sonst verliert man sich im Weiterbildungsdschungel. Egal ob im Selbststudium von Zuhause aus oder im Frontalunterricht vor Ort: Vorbereitungslehrgänge, Abendgymnasien, Maturaschulen, Maturakurse – viele Namen für doch ein und dasselbe Ziel. Doch sie unterscheiden sich meist in ihren kleinen Details:

 

Vorbereitungslehrgänge (Studienbefähigungslehrgänge) – Studienberechtigung „light“

(UPDATE 19.04.2019)

 

Der Vorbereitungslehrgang ist eine tolle Sache, wenn man weiß, was man studieren möchte, denn dieser berechtigt danach zum Studium des EINEN gewählten Studiengangs. Diese Vorbereitungslehrgänge werden direkt von den Fachhochschulen angeboten und sind direkt auf den jeweiligen Studiengang zugeschnitten. An der FH Burgenland beispielsweise, hat man je nach Studiengang 3-4 Prüfungsfächer, die sich in die klassischen Fächer Deutsch, Mathematik, English und einem zusätzlichen Fach wie Physik, Biologie & Umweltkunde, Geografie & Wirdschaftskunde.

Edit 19.04.2019: Was hat sich nun verändert? Zuvor gab es je nach Studiengang unterschiedliche Prüfungsfächer. Mittlerweile haben alle Studiengänge dieselben drei Grundfächer (Deutsch, Mathematik 2, Englisch 2) und für die Studiengänge in den Bereichen Wirtschaft, Gesundheit und Energie- Umweltmanagement nur mehr ein zusätzliches Prüfungsfach. Legt man somit die Grundfächer ab hat man zumindest für alle neun Studiengänge die Grundlage und könnte sich sofort für die Studiengänge in den Bereichen Informationtechnologie & -management bzw. Soziales bewerben.

Voraussetzungen:
Einen Vorbereitungslehrgang kann grundsätzlich jedeR besuchen, der/die eine abgeschlossene Lehre oder eine abgeschlossene berufsbildende mittlere Schule hat. Hier erwirbt man durch das Ablegen der erforderlichen Zusatzqualifikationsprüfungen (Deutsch, Mathematik, English und einem zusätzlichen Fach wie Physik, Biologie, Geografie oder Geschichte) die Berechtigung ein Studium zu absolvieren.

Dauer:
Die Dauer der Lehrgänge ist in der Regel mit 2 Semester (also einem Jahr) angegeben, wobei sich dies auch ein Stück weit nach der eigenen Lernmotivation richtet, da Prüfungsfächer auch einfach im Selbststudium, ohne Präsenz in einem Kurs gelernt werden können.

Kosten: 
Der Vorbereitungslehrgang an der FH Burgenland ist kostenlos. Bei Kursbeginn ist eine Kaution von € 350,- zu hinterlegen, die nach erfolgreichem Ablegen der Prüfungen im Laufe des ersten Studienjahres rückerstattet wird.

Anmerkungen: Zusätzlich sollte erwähnt werden, dass der Vorbereitungslehrgang meist* neben der Einschränkung auf einen Studiengang auch noch die Einschränkung auf die jeweilige Fachhochschule aufweist.

 

Hier gibt’s mehr Informationen zum Vorbereitungslehrgang an der FH Burgenland.

 

*ab und an wird diese Einschränkung jedoch nicht berücksichtigt! -> Just try :)!


 

Studienberechtigungsprüfungen

 

Wie beim Vorbereitungslehrgang ermöglicht die Studienberechtigungsprüfung das Ablegen von Prüfungen für EINEN bestimmten Studiengang. Die Vorbereitung kann ebenso im Selbststudium oder in Vorbereitungskursen stattfinden, wobei die Vorbereitung in Kursen in den jeweiligen Instituten (beispielsweise die Volkshochschule(VHS) , das Berufsförderungsinstitut (bfi), oder aber auch das WIFI) kostenpflichtig ist.

 

Dauer: 

Die Dauer der Lehrgänge ist meist mit 2 Semester (also einem Jahr) angegeben, wobei sich dies auch ein Stück weit nach der eigenen Lernmotivation richtet, da Prüfungsfächer auch einfach im Selbststudium, ohne Präsenz in einem Kurs gelernt werden können.

Kosten: 
Man kann durchschnittlich, mit allen Teilfächern und Prüfungen, mit ca. 1000 € rechnen.

 

Anmerkungen: Die Studienberechtigungsprüfung ist auf EINEN Studiengang zugeschnitten, jedoch hat diese keine Beschränkung auf eine bestimmte Hochschule. 

 


 

Berufsreifeprüfung

 

Für dieBerufsreifeprüfung benötigt man grundsätzlich ein aufrechtes Lehrverhältnis oder eine Lehrabschlussprüfung (hier gibt es auch noch weitere Regelungen im BRP-Gesetz,  §1). Die Berufsreifeprüfung besteht auch aus vier Teilprüfungen in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und einem Fachbereich. Der Fachbereich ist je nach Ausbildung unterschiedlich.

 

Dauer:

 Die Dauer der Lehrgänge ist meist mit 2 Semester (also einem Jahr) angegeben, wobei sich dies auch ein Stück weit nach der eigenen Lernmotivation richtet, da Prüfungsfächer auch einfach im Selbststudium, ohne Präsenz in einem Kurs gelernt werden können.

Kosten:
Auch hier kann man mit durchschnittlichen Kosten von ca. 1.000 € rechnen.

 

Anmerkungen: Berufsreifeprüfungen können auch in sogenannten „Maturaschulen“ absolviert werden. Diese haben meist den Unterricht so aufgebaut, dass ein Stundenplan von Montag bis Freitag entsteht.

 


 

Abendgymnasium

 

Wer zuvor bereits eine höhere Schule besucht hat (Gymnasium oder BHS, Abschluss der 4.Klasse Gymnasium) oder einen Hauptschulabschluss besitzt (aber keinen Lehrabschluss), berufstätig ist oder beim AMS als arbeitssuchend gemeldet ist, der/die hat die Möglichkeit ein Abendgymnasium zu besuchen.

Weitere Informationen zum Abendgymansium.

 

 

#itsallaboutthemoney – Förderungen

Leider existiert nicht nur ein Weiterbildungsdschungel, sondern auch ein richtiger Fördergelderdschungel. Um eine Förderung zu bekommen, bedarf es des richtigen Hauptwohnsitzes. An dieser Stelle möchte ich jedoch auf eine sehr gute externe Beratungsstelle verweisen:

Hier geht’s zur Website der Erwachsenenbildung!

 


 

Nicht sicher ob das passende dabei ist?

Für jene unter euch, die sich zwar teilweise in der Thematik finden konnten, aber nochmehr Informationen benötigen, denen kann ich die Online-Bildungsberatung wärmstens empfehlen. Hier werdet ihr rasch und unkompliziert per E-Mail oder mittlerweile sogar über einen Online-Chat beraten.

Hier geht’s zur Bildungsberatung!

 

 

 

Viel Glück auf auf eurem zweiten Bildungsweg!