04. Juni 2020
Monika Köstinger
Von: Monika Köstinger

Sujet mit der Überschrift SDGs what? und zwei Händen die Jungpflanzen (Keimlingen) halten

Neues Bewusstsein, neue Realität und mehr Achtsamkeit – Durch weltweite Shutdowns und Beschränkungen aufgrund von Corona denken immer mehr Menschen an die Nachhaltigkeit, und was sie wirklich bedeutet. Uns wurde klar, dass nicht alles als selbstverständlich erachtet werden sollte. Der Ruf zu mehr Nachhaltigkeit ertönt mittlerweile von allen Seiten und wird lauter. Und das sollte auch nach dem sogenannten „Wiederhochfahren“ so bleiben. Darum halten auch wir an der FH Burgenland und Forschung Burgenland an den Sustainable Development Goals (SDGs) fest.

Viele von uns haben ihren CO2-Ausstoß z.B. durch Home-Office bereits verringert, da weniger mit dem Auto gefahren oder immer mehr auf Regionalität geachtet wird, viele von uns genießen ihre Freizeit in der heimischen Natur oder überdenken sogar den eigenen Fleischkonsum...

Die Taten jeder/jedes Einzelnen sind zwar äußerst wichtig, jedoch genügen diese Maßnahmen alleine vermutlich nicht, um die Welt nachhaltig zu gestalten und zu erleben. Das gelingt nur mit vereinten Kräften – oder besser gesagt – mit der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Es braucht eben den Druck von unten und die Unterstützung von oben, wie auch einen generellen Leitfaden für alle Völker der Erde, der zur globalen Zusammenarbeit ruft.

So der Plan der UN

Bereits im September 2015 beschlossen bei einem Gipfeltreffen in New York alle 193 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen (UN) die „Transformation unserer Welt: die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“. Damit verpflichteten sie sich, die in der Agenda angeführten 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung – die Sustainable Development Goals, auch SDGs genannt – auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene umzusetzen.

Österreich hat sich auch dazu verpflichtet, die Umsetzung zu forcieren und regelmäßig über die Erfolge zu berichten. Schon im Jänner 2016 wurden per Ministerratsbeschluss alle Bundesministerien zur Umsetzung beauftragt, es gibt ernannte offizielle SDGs-Verantwortliche und der erste freiwillige Nationale Bericht zur Umsetzung der 17 Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) ist zurzeit in Arbeit. Mehr zur Umsetzung Österreichs gibt es hier.

Einen globalen Bericht von 2019 gibt es bereits.

Die SDGs: 17 Ziele, die vereinen

Wie genau lauten nun diese 17 Entwicklungsziele der Agenda 2030?

Im Aktionsplan der Vereinten Nationen (UN) für die Menschen, den Planeten und den Wohlstand sind folgende 17 Ziele definiert:

Ziel 1.

Armut in allen ihren Formen und überall beenden

Ziel 2.

Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern

Ziel 3.

Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern

Ziel 4.

Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle fördern

Ziel 5.

Geschlechtergleichstellung erreichen und alle Frauen und Mädchen zur Selbstbestimmung befähigen

Ziel 6.

Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten

Ziel 7.

Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie für alle sichern

Ziel 8.

Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern

Ziel 9.

Eine widerstandsfähige Infrastruktur aufbauen, breitenwirksame und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen

Ziel 10.

Ungleichheit in und zwischen Ländern verringern

Ziel 11.

Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten

Ziel 12.

Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen

Ziel 13.

Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen

Ziel 14.

Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen

Ziel 15.

Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen

Ziel 16.

Friedliche und inklusive Gesellschaften für eine nachhaltige Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen

Ziel 17.

Umsetzungsmittel stärken und die Globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben erfüllen

Kooperierende Expertise im Burgenland

Wo genau werden diese 17 SDGs denn im Burgenland bereits erfolgreich umgesetzt?

Diese Frage stellte sich auch der ORF Burgenland. Dabei wurde er bei uns an der FH Burgenland und Forschung Burgenland schnell fündig. Denn in Sachen Lehre und Forschung punkten wir bereits mit unseren fachspezifischen Expert*innen zu den wesentlichen Themen, die auch in den 17 SDGs behandelt werden. Unsere Hochschullehrenden und Forschenden geben nicht nur in den vielfältigen Studiengängen wie z.B. Energie- und Umweltmanagement, Gebäudetechnik und Gebäudeautomation, Internationale Wirtschaftsbeziehungen etc. ihr Fachwissen an unsere Studierenden weiter, sondern beweisen ihre Kompetenzen auch in aktuell 126 Forschungsprojekten.

Im Rahmen der Serie „17.Mal.Nachhaltig“ sendete der ORF Burgenland jeweils Freitags einen Beitrag zu den SDGs, wobei eben auch einige unserer Profis genauer zu den Nachhaltigkeitsthemen, SDGs, zu ihren Tätigkeiten und Projekten befragt wurden.

Wir haben die Beiträge mit unseren Expert*innen für euch hier gesammelt:

Diese Beiträge und noch mehr sind auch auf unserem YouTube-Kanal zu finden.

Nachhaltigkeit ist bei den Studiengängen der FH Burgenland speziell im Department Energie-Umweltmanagement in Pinkafeld ständig am Programm. Dort lernen Studierende, wie wir mit unserem Planeten und seinen Ressourcen umgehen sollen, und diese Verantwortung gesellschaftlich und finanziell tragen können.

Mit ihrer Expertise leisten Absolventinnen und Absolventen somit nicht nur in Energieunternehmen, Umweltschutzorganisationen oder technischen Büros bei der Konzeption, Planung bis hin zu Errichtung, Bauüberwachung und Anlagenführung vor allem in den Bereichen Gebäudetechnik, Energie- und Umwelttechnik, sowie Ökologie und Umweltmanagement wertvolle Beiträge, sondern beeinflussen auch die Politik, das Finanzwesen, und unsere Gesellschaft in Richtung Nachhaltigkeit.

Sicher ist jedenfalls: Der Bedarf an Expert*innen für nachhaltiges Handeln steigt. Bei uns an der FH Burgenland werden die relevanten Fachkompetenzen und dieses Know-How vermittelt und ständig erweitert.

SDGs in Action

Um zu unterstreichen wie wichtig uns das Thema ist, wurde Regina Rowland als Nachhaltigkeitsbeauftragte der Institution bestellt. Die Hochschullehrende möchte dafür sorgen, dass diese Ziele samt Unterzielen auch bei uns – sowohl in der Lehre als auch in der Organisation — noch stärker eingesetzt werden. Dazu gibt es einige Aktionen, wie z.B. online Diskussionen, um die konkrete Relevanz der SDGs anzudenken und ihre Umsetzung zu planen.

Im Herbst wird es Workshops geben, bei denen Vertreter*innen aller Stakeholdergruppen der FH Burgenland Unternehmensgruppe mitmachen werden, um eine integrierte Nachhaltigkeitsstrategie gemeinsam zu entwickeln und zu realisieren. Eine ausgereifte Strategie ist wichtig damit die ganze Unternehmensgruppe den Strang in die gleiche Richtung zieht und sich die diversen Abteilungen und Departments gegenseitig unterstützen können, damit die vorhandenen Ressourcen effizient umverteilt und eingesetzt werden.

Regina RowlandNachhaltigkeitsbeauftragte und Hochschullehrende

„Zusätzlich zu den SDGs, die wir an der FH besonders in der Lehre weiter vertiefen wollen, arbeiten wir auch noch mit den Prinzipien der Gemeinwohlökonomie (GWÖ) auf Organisationsebene, wo wir regelmäßig eine Bilanz erstellen, die auditiert und dann veröffentlicht wird. Das Instrument dafür ist die GWÖ Matrix, dessen Beachtung garantiert, dass alle Aspekte der Nachhaltigkeit in die Betriebsentscheidungen einfließen“, erklärt Rowland weiter. „Aber das ist noch nicht alles, wir arbeiten auch gerade an einem erweiterten Umweltmanagement- und Abfallwirtschaftssystems, und bemühen uns um die EMAS Zertifizierung. Ebenso freuen wir uns, dass unser neuer Campus in Pinkafeld ein 'nachhaltiger' Campus wird, der dann das sichtbare Herzstück unserer Bemühungen ist.“

Als öffentliches Bildungsinstitut wollen und müssen wir unseren Beitrag dazu leisten, eine nachhaltige Zukunft gemeinsam aufzubauen. Wir wünschen uns dabei eine vorbildliche Rolle zu spielen, gemeinsam mit unseren Studierenden und anderen Stakeholdern.

Regina RowlandNachhaltigkeitsbeauftragte und Hochschullehrende

Damit wir für unseren Planeten diese 17 zukunftsrelevanten Ziele bis 2030 erreichen können und auch in Zukunft der positive Wandel und Umschwung in eine bessere, nachhaltigere, fairere und gesündere Welt gelingen kann, sind kreative, wissbegierige Köpfe mit Herz sehr gefragt.

Wir bilden Sie aus.

Fühlt ihr euch angesprochen?

Einige Restplätze für einen Studienstart im Herbst 2020 gibt es noch.