29. Juli 2022
Bianca Nastl
Von: Bianca Nastl

In unserer sechzehnten Podcastfolge haben wir Nina Chiara Neumann, Studentin des Bachelors Gebäude- und Energietechnik, und Nikolaus Gala, Student des Bachelors Gesundheits- und Krankenpflege, vor unser Mikrofon geholt.

Zwölf Jahre: So lange drücken wir in der Regel die Schulbank, ehe wir unseren Maturaabschluss in der Tasche haben. Bildung nimmt im Leben eines jungen Menschen also einen großen Platz ein. Folglich prägt die schulische Laufbahn auch unsere berufliche Zukunft und gibt schon im Teenie-Alter eine gewisse Richtung vor. Was aber, wenn man nach der Matura oder mitten im Arbeitsleben merkt, dass man sich beruflich doch in einem völlig anderem Bereich sieht?  Gerade als junger Mensch ist es nicht immer einfach, einen neuen Weg einzuschlagen. Weil man vielleicht noch gar nicht weiß, wo die eigenen Interessen liegen, wenn die Berührung bislang nicht gegeben war.

Wer A sagt, muss nicht B sagen

Unseren beiden Podcast-Gästen erging es so: Während Nina früher in der Modeschule war, kurze Zeit Wirtschaft studiert hat und unter anderem als Flugbegleiterin durch die Welt reiste, ist sie heute Studentin unseres Bachelors Gebäude- und Energietechnik.

Ich habe einen sehr ,mädchenhaften' Werdegang durchlaufen. Durch Praktika habe ich dann gemerkt, dass mich der Bereich zwar interessiert und ich auch gut in dem bin, was ich mache, aber es nicht 100 Prozent mein Weg ist.

Nina Chiara NeumannStudentin des Bachelors Gebäude- und Energietechnik

Nikolaus hingegen maturierte in einer HBLA und war zehn Jahre lang als Qualitätsbeaufragter in einer Maschinenbaufirma tätig. Mit 30 Jahren wagte er schließlich den beruflichen Neuanfang im Bachelor Gesundheits- und Krankenpflege.  

Selbst wenn man zuvor – so wie ich – schon lange gearbeitet hat, ist es leicht möglich auch mit 30 Jahren noch ein Studium zu starten. Viele Institute unterstützen dich bei deinem Vorhaben. Ich habe zum Beispiel ein Selbsterhalterstipendium bekommen. 

Nikolaus GalaBachelor Gesundheits- und Krankenpflege

 

Von Geschlechterstereotype und Selbstfindung

Wie du vielleicht merkst, waren die beiden nicht nur in einem völlig kontroversen Feld tätig, sondern auch in einer für ihr Geschlecht „typischen“ Branche. Ganz im Gegensatz zu heute. Die große Entscheidung, sich in einem ganz anderen Bereich zu verwirklichen, war zwar keine leichte, aber hat sich gelohnt. Denn sowohl Nikolaus und Nina sind heute glücklich mit ihrer Entscheidung.

Glücklich darüber, dass sie sich für sich selbst entschieden haben, anstatt der Erwartungshaltung von Außen gerecht zu werden. Wie sie diesen einschneidenden Richtungswechsel erlebt haben, welche Tipps sie ihrem jüngeren Teenager-Ich ans Herz legen würden und, was sie heute von den Geschlechterklischees in der Arbeitswelt halten, erfährst du in unserer neuen Podcastfolge. 

Behind-the-scenes

Aufgenommen hat den Podcast Bianca Nastl, Mitarbeiterin der Marketingabteilung der FH Burgenland und selbst Absolventin der FH. „Wer weiß mit 14 schon, wohin die Reise gehen soll? Ich wusste es nicht: Oder vielleicht wusste ich es insgeheim und entschied mich trotzdem für die mir naheliegende Schullaufbahn. Ich bin rückblickend nicht unzufrieden mit meinem Werdegang in einer HAK, aber ich habe mich trotzdem immer in einem kreativen und nicht in einem kaufmännischen Bereich gesehen.“ Für sie stellte ihr Studium eine Möglichkeit zur Selbstverwirklichung dar. „So habe ich mich in einem Bereich weiterentwickeln können, der mich wirklich interessiert. Mit 14 Jahren habe ich diese Entscheidung – also wo ich mich beruflich sehe – noch nicht treffen können.“

 


 

Der Podcast ist auf Spotify, Apple Podcasts und weiteren gängigen Plattformen zu finden.

Unsere weiteren Podcastfolgen findet ihr auch auf unserer Website unter dem Reiter „Podcast“.