21. Dezember 2017
Christiane Staab
Von: Christiane Staab

Was motiviert Menschen, die 40 Stunden und mehr pro Woche Top-Leistungen in ihren Berufen erbringen, dazu, am Wochenende an einer FH zu lehren? Das haben wir einige spannende externe Lehrende gefragt. Was wir schon wissen: gerade diese Lehrenden sind es, die so viel zum hohen Praxisanteil in unseren Studiengänge beitragen. Und davon profitieren unsere Studierenden.

 

Mag.a Michaela Kauer 

ist die Leiterin des Verbindungsbüros der Stadt Wien zur EU und lehrt im berufsbegleitenden Masterstudiengang European Studies – Management of EU Projects.

Warum lehre ich?
Aus purem Egoismus natürlich! Es macht mir grossen Spass, mich von den Diskussionen mit den Studierenden inspirieren zu Lassen und ihren Blick auf Europa kennenzulernen.

Was ist meine Motivation?
Die EU gehört uns allen, den Bürgerinnen und Bürgern. Sie darf nicht nur finanzstarken Interessensvertretungen, SpezialistInnen und ExpertInnen überlassen werden.

Welche Inhalte aus der Praxis bringe ich in den Hörsaal mit?
Meine Arbeit als Leiterin des Verbindungsbüros der Stadt Wien bedeutet vor allem genau hinzuhören, wie Veränderungen zustande kommen, auf welchen Ebenen sie sich abspielen, welche Nuancen zu beachten sind. Ich habe ganz, ganz viele EU-Themen im Gepäck, und bei den meisten entdecke ich gemeinsam mit den Studierenden, wie die verschiedenen Ebenen – EU, Mitgliedstaaten, regionale und lokale Akteure – zusammenspielen.

Ich will in meiner Lehrveranstaltung ganz praktische Dinge vermitteln.

Beispielsweise: Wie funktioniert die EU? oder: Wie kann sich jeder oder jede von uns im Sinne einer „Good Governance“ einbringen und Europa mitgestalten?

 


 

Leopold Obermeier, MBA, MSc 

ist Senior Consultant Solutions Datacenter, Fujitsu Technology Solutions GesmbH und lehrt im Masterstudiengang Cloud Computing Engineering.

Warum lehre ich?
Das Weitergeben von Wissen hat mich immer schon interessiert, und so habe ich immer danach getrachtet, Vorträge zu halten, sei es beruflich oder auch im Umfeld meiner eigenen Studien, wo ich einige Studiengruppen ins Leben rief, da meine KollegInnen und ich ein berufsbegleitendes Fernstudium absolviert haben.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass man beim Lehren auch lernt.

An der FH gibt es eine interessante Mischung aus Studierenden, die alle bereits einiges an Lebenserfahrung mitbringen, und dadurch kommt es immer wieder zu tollen Diskussionen, die auch meine Sichtweise auf das Material schärfen.

Was ist meine Motivation?
Als Kind war ich ein schlechter Schüler, wenige Lehrer schafften es, mein Interesse auf sie zu ziehen. In diesen Fächern brillierte ich, andere waren für mich eher eine Qual.

Bereits als Kind hinterfragte ich bei allem Gelernten, wozu es mir im weiteren Leben nützlich sein könnte, und diese Frage wurde selten beantwortet.

Zum Großteil lag es daran, dass Inhalte auf einer theoretischen, abstrakten Ebene vorgetragen wurden, man aber selten Beispiele sah, wie denn nun die mathematische Funktion oder das physikalische Gesetz  im täglichen Leben zum Einsatz kommen. Später bei meinen Studien in England sah ich, dass es auch ganz anders geht, mit vielen Beispielen wurden hier Lerninhalte vermittelt. Dieses Konzept möchte ich aufgreifen und meinen Studierenden einerseits die theoretischen Grundlagen vermitteln, diese aber auch mit einigen Beispielen aus dem realen Leben verständlich machen.

Welche Inhalte aus der Praxis bringe ich in den Hörsaal mit?
Mein Unterrichtsfach FiMeK, also Finanzielle Methoden und Kalkulation für Cloud, bietet mir viele Möglichkeiten, aus über 30 Berufsjahren zu erzählen und zu zeigen, wie sich die gelehrten Methoden dann im täglichen Leben einsetzen lassen, um zum Beispiel Investitionen zu bewerten. Der Kauf eines Autos, Bau eines Hauses oder Austausch einer Heizanlage bietet ein breites Spielfeld, um die Methoden einzusetzen und letztendlich eine Entscheidung zu treffen. Die sehr positive Bewertung durch die Studierenden im letzten Jahrgang zeigt, dass ich mit meiner Vorgehensweise auf dem richtigen Weg bin, zumal Finanzmathematik nicht unbedingt das beliebteste Fach ist. Vielleicht auch, weil es eben sehr oft rein theoretisch gebracht wird.



Warum lehre ich?
Studierenden angewandtes Wissen zu vermitteln sowie das Teilen von langjährigen beruflichen Erfahrungen anhand von Praxisbeispielen ist eine wunderschöne Aufgabe.
Als Burgenländerin ist es mir besonders wichtig an der FH Burgenland zu lehren, um aufzuzeigen, welche Chancen und Möglichkeiten sich durch eine ausgezeichnete Ausbildung eröffnen.

Was ist meine Motivation?
Höre nie auf, dich zu bilden!

Selbstreflexion und Feedback der Studierenden wirken enorm motivierend, sich immer wieder aufs Neue sehr gut vorzubereiten und intensiv selber weiterhin zu lernen.

Welche Inhalte aus der Praxis bringe ich in den Hörsaal mit?
Intensive wirtschaftsjuristische und -politische Expertise mit nationalen Behörden und internationalen Stakeholdern, IO und EU-Institutionen, insbesondere im EU-Kartells- und Beihilfenrecht sowie im Internationalen Steuerrecht.

Eine Lehrveranstaltung ist eine Win-Win-Situation für hoffentlich beide Seiten, für die Studierenden aber auch für mich als Lehrende.

 

Dr. Wolfgang Deutz 

ist Kaufmännischer Direktor des LKH-Villach und lehrt im Department Gesundheit.

 

Warum lehre ich?
Als Lektor bringe ich vor allem viel Erfahrung aus allen Managementebenen mit in den Hörsaal. Vom Werkstudenten bis zum kaufmännischen Direktor habe ich alle Stufen durchlaufen und gebe meine Erfahrungen gerne weiter. Zur Tätigkeit des Lehrens motivieren mich zwei Dinge. Erstens arbeite ich sehr gerne mit interessierten jungen Menschen zusammen. Und zweitens bietet das Lehren viel Reflexionsfläche.

Was ist meine Motivation?
Die Fragen der Studierenden eröffnen auch für mich neue Perspektiven und ermöglichen mir, mich weiter zu entwickeln.

Wenn Sie so wollen, ist das Unterrichten ein tolles Mittel gegen Betriebsblindheit. Auch der räumliche Abstand von der täglichen Arbeit hilft dabei, Dinge klarer zu sehen.

 

Dipl. Ing. Franz Knipp 

ist Gründer und Geschäftsführer der qnipp GmbH und lehrt im Bachelorstudiengang IT Infrastruktur-Management.

Warum lehre ich?
Der Unterricht an der FH Burgenland erlaubt mir die Erfahrungen, die ich in meinem Berufsleben als Systemarchitekt, Software-Entwickler und Projektleiter gesammelt habe, an die Studierenden weiterzugeben und gleichzeitig dabei die neuesten Entwicklungen im Bereich von Webapplikationen zu vermitteln.

Das Unterrichten bereitet mir Freude, und die Fragen und Hinweise der Studierenden helfen mir, mich noch tiefer mit diesen Themen auseinander zu setzen. Diese Freude möchte ich weitergeben, sodass die Studierenden ihren möglichen späteren Tätigkeitsfeldern entspannt und positiv begegnen.


Dipl. Ing. Michael Paula 

ist in der Abteilung für Energie- und Umwelttechnologien (III/I3) im Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie tätig und lehrt im Department Energie-Umweltmanagement.

 

Warum lehre ich?
Das Arbeiten mit StudentInnen ist für mich immer wieder erfrischend innovativ!

Was ist meine Motivation?
Meine Erfahrungen im Forschungs- und Innovationsbereich sind für an Innovation Interessierte wertvoll. Interessierte Fragen und positive Rückmeldungen haben mich bestärkt, meine Lehrveranstaltung auszubauen und weiterzuführen.

Welche Inhalte aus der Praxis bringe ich in den Hörsaal mit?
Der Weg von einer guten Idee zu einem erfolgreichen Projekt (Innovationsphasen). Welche Förderschienen passen am besten zu meiner Projektidee. Außerdem kann ich meine Erfahrungen und Hinweise zur erfolgreichen Projekteinreichung weitergeben.