16. September 2020
Christiane Staab
Von: Christiane Staab

Als der Coronavirus unser aller Leben im Februar 2020 veränderte, waren auch für den FH Burgenland Absolventen Thomas Haunold einschneidende Entscheidungen zu treffen.

Beruflich pendelte der technische Berater der EVN Niederlassung in Skopje zu dem Zeitpunkt bereits seit knapp einem Jahr nach Nordmazedonien. Nur für die Präsenzphasen in seinem Studium der Energie- und Umweltmanagement an der FH Burgenland in Pinkafeld flog er nach Österreich. „Ich wurde dann von meinem Arbeitgeber gefragt, ob ich fix vor Ort bleiben kann und habe zugesagt. Abenteuer haben mich schon immer interessiert“, erzählt Haunold.

Von 28. Februar bis 1. Juli 2020 blieb er dauerhaft in Skopje, um zu arbeiten und sein Studium abzuschließen. Das war über Distance Learning reibungslos möglich. Als erster seines Jahrgangs schloss er sein Bachelorstudium mit Auszeichnung ab. Gefragt nach den Schwierigkeiten im letzten Semester, antwortet er.

Für mich war die Umstellung auf 100% online ein Riesenvorteil. Ich hatte plötzlich 10 Stunden mehr Zeit pro Woche, weil ich mir die Reise gespart habe.

Thomas HaunoldStudent der FH Burgenland

Auch die Wissensvermittlung empfand er als noch nachhaltiger: „Wir haben uns schon vor der Lehrveranstaltung auf die Inhalte vorbereitet und diese dann mit dem Lektor besprochen. Der Lern-Outcome hat sich dadurch noch gesteigert.“ Der FH Burgenland bleibt er treu und studiert im berufsbegleitenden Masterstudiengang Nachhaltige Energiesysteme weiter.

Das gesamte Netz in Nordmazedonien ist im Eigentum der EVN. Als technischer Berater der Geschäftsführung ist sein berufliches Aufgabengebiet sehr breit und abwechslungsreich. „Wir versuchen, das technische Know-how aus Österreich hier in der Unternehmensphilosophie zu verankern.“ Neben seiner Tätigkeit im Headquarter und im Homeoffice war er in den letzten Monaten auch auf vielen Touren durch das Land unterwegs, um den Kollegen in dieser herausfordernden Zeit eine optimale Unterstützung zu bieten.

Seine Bachelorarbeit schrieb Thomas Haunold im Bereich der Thermodynamik. Er untersuchte die mögliche Nutzung von Abwärme aus Transformatoren zur Warmwasseraufbereitung. Aktuell ist seine Idee im EVN Headquarter in Skopje mitten in der Umsetzung. Hier liefert die Abwärme der IT Server in Zukunft die Energiequelle für das Warmwasser in den Sanitäranlagen.

Für Haunold, der die Matura wie auch das Bachelorstudium neben anspruchsvollen Fulltimejobs absolvierte, ist Zeitmanagement und Konsequenz der Schlüssel zum Erfolg. „Der Bachelor Energie und Umweltmanagement hat perfekt zu meinem Berufsbild gepasst. Vor allem die Bereiche Elektrotechnik und Thermodynamik sind sehr gut aufgebaut. Durch die berufsbegleitende Organisationsform ist das Studium sehr leicht ins Leben zu integrieren“, ist er begeistert.