21. Februar 2020
Monika Köstinger
Von: Monika Köstinger

Eine Junge Frau sietzt auf einem Weg neben einem Globus und liest eine Landkarte

Wenn das Fernweh lockt und gleichzeitig Praxiserfahrungen gesammelt werden wollen – unsere Studierenden nutzen immer mehr die Gelegenheit um ihre Berufspraktika im Ausland zu absolvieren. Dabei verbessern sie nicht nur ihre sprachlichen Skills, sondern erweitern ihre sozialen Kompetenzen und wachsen in einer neuen Umgebung über sich hinaus.

Wir haben unsere Studierenden befragt, wie es ihnen bei ihren Auslandspraktika so ergangen ist. Sie berichten über ihre Erlebnisse, Aufgaben, Highlights, etc. und haben auch einige Tipps parat.

Wir führen unsere #Goodbye-Reihe für euch fort und starten in diesem Beitrag mit zwei Studierenden des Bachelorstudiengangs IT Infrastruktur-Management, die ihre Praktika im 5. Semester in Australien und den Niederlanden meisterten.

;)


Apps in Amsterdam

Dass Amsterdam nicht nur die üblichen Touristen anlockt, beweist Studentin Maria Jessica Wiesinger. Für sie war von Anfang an klar, dass sie ihr Berufspraktikum in Amsterdam absolvieren möchte.

Hier fühle ich mich einfach wohl. Ich habe aber auch deshalb das Ausland gewählt, weil ich in Österreich kein für mich passendes Unternehmen gefunden habe. Ein Praktikum im Ausland würde ich jederzeit weiterempfehlen, da man sich in diesem Zeitraum persönlich viel weiterentwickelt.

Maria Jessica WiesingerStudentin im Bachelorstudiengang IT Infrastruktur-Management

Maria absolvierte ihr viermonatiges Praktikum bei der Firma M2mobi. Ihre Aufgaben dabei waren Regressionstests von diversen Apps zu automatisieren, um dem Team des Quality Assurance-Departments die Arbeit zu erleichtern.

Wie kam es zum Praktikum?

Marias Bruder, der selbst vor elf Jahren in diesem Unternehmen sein Praktikum absolvierte und jetzt noch immer dort arbeitet, hatte ihr ein Vorstellungsgespräch beim HR-Verantwortlichen organisiert. Dieses fand bereits ein Jahr vor Antritt ihres Praktikums statt. Etwa zwei Monate vor Beginn ihres Praktikums hatte sie noch ein Videogespräch mit ihrem zukünftigen Supervisor und dem HR-Verantwortlichen, um die Einzelheiten und Tätigkeitsbereich zu besprechen. Am 01.07.2019 war es dann so weit.

M2mobi

M2mobi ist eine Full Service Mobile Agency in Amsterdam. 2006 wurde die Agentur gegründet, hat rund 40 Mitarbeiter und ist benannt nach den Gründern Michiel und Michiel. Das Unternehmen entwickelt Apps und Websites für verschiedenste Unternehmen, wie z.B. Flughäfen oder Banken.

Die Unterkunftssuche ist für Maria weggefallen, da ihr Bruder zurzeit in Amsterdam lebt und ein Zimmer für sie frei hatte. Ihr Aufenthalt war daher sehr einfach und schön, denn kümmern musste sie sich nur um Lebensmittel. Ansonsten konnte die Studentin ihre Freizeit mit Dingen füllen, die ihr Spaß machten.

In den vier Monaten gab es so viele besondere Momente, dass ich gar nicht alle aufzählen kann.

„Ich würde sagen, die Highlights aus dieser Zeit sind zum Beispiel gemeinsame Freitagabende mit meinem KollegInnen oder auch das Company Weekend, bei dem Workshops und verschiedene Team Building-Aktivitäten stattfanden.“

Sehr stolz ist Maria jedenfalls auch darauf, dass eine von ihr erstellte Testautomation in der Vergabephase eines Projektes dabei geholfen hat, das Projekt für das Unternehmen zu bekommen.

Tiefpunkte gab es für Maria während ihrer Zeit im Ausland jedoch auch.

„In den ersten eineinhalb Monaten fühlte ich mich sehr einsam und ich wollte wieder zurück nach Hause. Es hat mir geholfen, mich abzulenken, viel zu unternehmen und mit meinen Freunden in Österreich zu telefonieren.“

Fazit

Maria würde das Praktikum sofort wieder machen.

Amsterdam ist wunderschön und hat viele Dinge zu bieten. Einerseits gibt es die Vorteile einer Stadt, andererseits ist man in kurzer Zeit im Grünen und kann die Stille genießen. Alle Kollegen bei M2mobi waren sehr nett und immer hilfsbereit und ich hatte von Anfang an das Gefühl dazuzugehören. Außerdem hat die Arbeit Spaß gemacht.

Tipp

Man sollte nicht aufgeben, nur weil die Anfangszeit im Ausland schwierig ist.

Mit der Zeit gewöhnt man sich an die neue Situation und später zählen diese Monate zu den glücklichsten im Leben“, so Maria weiter. „Man sollte diese Zeit genießen so gut man kann, denn sie vergeht viel zu schnell und am Ende wünscht man sich dann, sie wäre noch nicht vorbei.

An Austrian in Australia

Die Entfernung von Österreich nach Australien beträgt genau 14.287,81 Kilometer Luftlinie. Dies bedeutete eine lange Reise für Student Fabian Haas, um sein Berufspraktikum in Brisbane anzutreten. Das war es jedoch auf jeden Fall wert.

Ich wollte ein Praktikum im Ausland machen und sehen, ob es für mich vorstellbar wäre, später irgendwann in einem englischsprachigen Land zu arbeiten und zu wohnen, wenn sich die Gelegenheit bieten würde.

Fabian HaasStudent im Bachelorstudiengang IT Infrastruktur-Management

Für ganze vier Monate sammelte Fabian bei Frequentis Australasia seine ersten Praxiserfahrungen in Brisbane. Zu seinen Aufgaben zählten z. B. Requirements Engineering, Hardware Konfiguration, sowie Bestellung & Versand von Waren.

Wie kam es zum Praktikum?

Durch Zufall kam Fabian während eines Gesprächs mit seinem Onkel zu seinem Praktikum. Denn dieser arbeitet seit über 20 Jahren für Frequentis und wohnt seit mehreren Jahren in Brisbane. Als die beiden über Fabians Studium sprachen, nutzte er gleich die Gelegenheit und fragte, ob es möglich wäre, das Praktikum bei ihnen in der Firma in Australien zu machen. Nachdem sich Verantwortliche das Curriculum angesehen hatten und die Studieninhalte zu den Bereichen passten, stand hier nichts mehr im Weg.

Frequentis

Frequentis hat den Hauptsitz in Wien und ist ein Anbieter für Informations- und Kommunikationssysteme mit sicherheitskritischen Aufgaben in den Bereichen Flugsicherung, öffentlicher Verkehr, öffentliche Sicherheit und Militär. Weltweit hat das Unternehmen rund 1.800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist an weiteren Standorten in Kanada, Deutschland, Norwegen, Rumänien und Amerika vertreten. In der australischen Zweigniederlassung in Brisbane und weiteren Offices in Sydney, Melbourne & Perth, arbeiten insgesamt 35 Personen.

Bei der Suche nach einer Unterkunft hatte Fabian auch weniger Stress. In der ersten Woche wohnte er noch bei seinem Onkel um sich etwas einzuleben. Danach zog er in ein Studierendenwohnheim direkt in der Stadt. Denn eine ausgestattete Wohnung zu finden, erwies sich schließlich doch als unmöglich machbar.

Fazit

Fabian würde ein Praktikum im Ausland auf jeden Fall weiterempfehlen, egal um welches Land es sich dabei handle.

Es kann einem nur weiterhelfen, für die sprachliche, als auch für die persönliche Weiterentwicklung. Ich würde es auf jeden Fall noch einmal machen.

Tipp

Ein Auslandspraktikum sollte man auf jeden Fall ausprobierend und durchziehen.

Während des Studiums ist man meist noch flexibler. Wichtig ist vor allem, die Bewerbungen so früh wie möglich zu versenden und vorab zu planen wie, was, wann, wo.