30. September 2016
Birgit Peters
Von: Birgit Peters

Smart Cities sind ressourcenschonend, energieeffizient und ökologisch fortschrittliche Städte mit hoher Lebensqualität. Wir haben Markus Puchegger, Projektleiter an der Forschung Burgenland mit Forschungsschwerpunkt „Smart Cities“, zum Thema „Erneuerbare Energien“ befragt.

Auf dem Weg zur Energiewende ist das Burgenland eine Modellregion für erneuerbare Energien in Europa. Im Energetikum der Forschung Burgenland werden alternative Energiekonzepte für die Häuser und Städte von morgen getestet.

 

Wodurch zeichnen sich „Smart Cities“ aus?

Markus Puchegger: „Smart City“ ist eigentlich ein Sammelbegriff für Entwicklungskonzepte, die Städte emissionsarmer, effizienter, technologisch fortschrittlicher, sozial inklusiver und ökologischer zu gestalten.

Ein breites Thema, denn eine Stadt kann aus verschiedenen Aspekten„Smart“ werden.

 

Wie wird dazu geforscht?

Markus Puchegger: Unser Schwerpunkt liegt in der intelligenten Erzeugung, Verteilung und Nutzung von Energie, wobei wir dabei nicht nur die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aspekte betrachten, sondern auch die sozialen.

Wir„stülpen“ unsere Konzepte den Bewohnern nicht einfach über, sondern beziehen die Nutzer auch mit ein.

Das geschieht z.B. in Workshops, bei denen wir gemeinsam mit lokalen Unternehmen oder Vereinen Lösungsvorschläge erarbeiten.

Miteinander zu reden ist ein ganz wichtiger Punkt, auch um Vorurteile gewissen Technologien gegenüber abzubauen.

Bezüglich der Methodik geht es sehr stark um Datenerhebung und Analyse, um das Erstellen von Modellen und Entwickeln von Szenarien und Systemen aus verfügbaren Technologien, um die Energieversorgung möglichst intelligent und ökologisch sowie ökonomisch nachhaltig gestalten zu können. Diese Modelle können teilweise bei uns im Energetikum, wo ein breites Spektrum an Einzeltechnologien zur systematischen Vernetzung zur Verfügung steht, getestet werden.

 

Wie könnten unsere Städte in 15-20 Jahren funktionieren?

Markus Puchegger: Energietechnisch ist das Ziel, dass Städte als „Energieschwamm“ funktionieren. Wenn viel erneuerbarer Strom im Netz ist, sollen mögliche Energiesenken genutzt werden um z.B. Speicher zu befüllen, Wärmepumpen zu betreiben und andere zeitunabhängige Energieverbraucher in Betrieb zu nehmen. Bei Windflaute oder wenn die Sonne nicht scheint, können dann die Speicher entleert werden und es entsteht auch dann kein Versorgungsengpass. Idealerweise können so ganze Städte die Vollversorgung mit erneuerbarer Energie unterstützen.