Das Marktforschungslabor der Fachhochschule Burgenland wurde am Standort Eisenstadt im Jahr 2015 erweitert. Ergänzend zum bereits bestehenden Eye-Tracking Labor und Sensoriklabor wurde dieses Infrastrukturaufbauprojekt im Rahmen des Phasing Out Programms 2007-2013 (Priorität 2, Aktivität 2.1.4.) vom europäischen Fonds für regionale Entwicklung, von Bund und Land Burgenland kofinanziert und vom Projektträger Forschung Burgenland GmbH abgewickelt. Drei Labore wurden eingerichtet bzw. erweitert.

1.   Einrichtung eines Fokusgruppenlabors

Die Fokusgruppendiskussion ermöglicht es Unternehmen, sich in kurzer Zeit ein Bild von vielfältigen Ansichten und Meinungen der Kunden oder Experten zu einem Thema zu machen. Um die systematische Beobachtung und Dokumentation von solchen Gruppendiskussionen im professionellen Rahmen durchführen zu können, wurden Räumlichkeiten adaptiert und mit einem modernen Audio- und Videoaufnahme- und -wiedergabesystem ausgestattet. Die technisch aktuelle Infrastruktur erlaubt neben dem verbalen Diskurs  auch den Einsatz von visuellen Mitteln (z.B. Fotomaterial, Videoeinspielungen) zur  differenzierten Darstellung von Einstellungen und Positionen der Zielgruppe über Produkte, Marken oder Unternehmungen. Ein Spionspiegel ermöglicht die zeitgleiche Beobachtung der Diskussionsprozesse durch Auftraggeber. Es können direkte Einblicke zu generellen Kaufmotiven ebenso wie konkrete Anregungen von Konsumenten für neue Produktideen, -verbesserungen oder zusätzliche Vermarktungsansätze gewonnen werden.

Durch das neue Fokusgruppenlabor können die Forschungsaktivitäten im Bereich der qualitativen Markt- und Motivforschung insbesondere im Forschungsfeld Consumer Insight der Forschung Burgenland GmbH in Kooperation mit dem Department Wirtschaft der Fachhochschule Burgenland GmbH intensiviert werden.

2.   Technische Aufrüstung des Sensoriklabors

Für die zehn Kojen im Sensoriklabor wurden zehn leistungsfähige, standortgebundene Laptops angeschafft. Diese wurden mit den neuen Softwarepaketen „MediaLab“ und „DirectRT“ ausgestattet. Die Software erlaubt die parallele Durchführung von Experimenten auf mehreren Geräten mit einer großen Zahl von Testpersonen. Dank einer speziellen Randomisierungsfunktion können mehrfaktorielle experimentelle Designs in kurzer Zeit umgesetzt werden. Dadurch kann z.B. die Frage beantwortet werden, welche Kombination aus Hintergrundmusik (Akustik) mit verschiedenen Weinetikett-Gestaltungen (Optik) am besten mit dem Geschmack eines Weines (Gustatorik) harmoniert.

3.   Erweiterung des Eye Tracking Labors

Die Anschaffung eines weiteren vollwertigen Eye Trackers ermöglicht parallele Erhebungen für größere Stichproben. Das neue Gerät ist ein mobiles Remote Eye Tracking System (m-RED 50), das ebenfalls vom Hersteller SensoMotoric Instruments bezogen wurde und daher mit der bestehenden Softwarelizenz betrieben werden kann (siehe Abb. 4). Einerseits kann man die Darstellung der zu erforschenden Objekte, Videos und Webseiten am Bildschirm sehr genau steuern und kontrollieren. Andererseits ist dieses Instrument auf einem mobilen Laptop installiert. Dadurch wird die Erhebung kostengünstiger und schneller durchführbar als mit dem Desktop-System, da durch die Ortsunabhängigkeit eine größere Bandbreite von Zielpersonen erreicht werden kann.